Hessenweit Spitze in Sachen Plastikvermeidung

Korbacher Initiative und Kindergarten Marienhagen erhalten Umweltpreis

Korbacher Plastikfrei-Initiative Carolin Weidemann (links) Verein „Weites Feld“ und Yvonne Kappelmann, Grafik-Desginerin
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Plastik im Alltag reduzieren: Carolin Weidemann (links) und Yvonne Kappelmann werben fürs Mitmachen.

Der Kindergarten Marienhagen ist hessenweit Spitze in Sachen Plastikvermeidung: Die Einrichtung wurde jetzt vom hessischen Umweltministerium als ein Hauptpreisträger eines Wettbewerbs zur Plastikvermeidung mit 1000 Euro belohnt. Ebenso wie der Verein „Weites Feld“ aus Korbach.

Natur- und Umweltschutz sind seit Jahren große Themen im Kindergarten Marienhagen: Es gibt eine eigene Streuobstwiese, Kräuterbeete und seit neuestem auch ein Hochbeet, die Einrichtung ist zertifiziertes „Haus der kleinen Forscher“ und bekam bereits die Jugendauszeichnung des Naturschutzpreises des Landkreises. Und seit es das tägliche gesunde Frühstück gibt, ist auch Plastik immer wieder ein Thema.

Hier steckt das Frühstück nicht in Plastik: Im Kindergarten Marienhagen wird beim gemeinsamen Essen am Morgen so wenig wie möglich Plastik verbraucht. Das Foto zeigt (von links) Anni, Bürgermeister Karsten Kalhöfer, Frieda-Luise, Mats, Kindergartenleiterin Daniela Göbel, Ben sowie vorne Wiktoria, Erzieher Daniel Vesper und Leander. Foto: janzen

Die Kinder der Füchse-Gruppe, die künftigen Schulanfänger, wissen längst Bescheid: Wenn wir Plastik wegwerfen, landet das im Meer, wo es Fische und Haie fressen können und daran sterben, sagt Mats. Deshalb will der Kindergarten Wegwerf-Plastik, das nur ein einziges Mal genutzt wird, so gut es geht vermeiden.

Jede Woche sei das Thema, wenn es darum geht, was fürs Frühstück gekauft werden soll, sagt Kindergartenleiterin Daniela Göbel. Die Kinder dürfen mitentscheiden, was auf den Tisch kommt – überlegen aber auch mit, wie sich Plastik beim Kauf umgehen lässt. Eine Idee, die auch der Jury des Umweltministeriums gefallen hat: Künftig werden Wurst und Käse in wiederverwendbaren Boxen im Vöhler Supermarkt geholt, Obst und Gemüse – wenn es nicht aus dem eigenen Garten kommt – wird unverpackt gekauft.

„Ich finde es wirklich toll, was ihr macht“, freut sich Bürgermeister Karsten Kalhöfer. Denn Plastik sei ein echtes Problem für die Umwelt. Dabei bräuchten Obst und Gemüse meist keine Verpackung, sie hätten von Natur aus bereits eine – eine Schale.

Von dem Preisgeld wird eine Küchenmaschine angeschafft, sagt Göbel. Damit soll vor allem Marmelade selbst gemacht werden. Die Früchte dafür kommen aus dem eigenen Anbau. Immer mal wieder kommt die Leckerei – die deutlich weniger Zucker hat als gekaufte Marmelade – beim gemeinsamen Frühstück auf den Tisch. Morgens bereiten Göbel und ihre Kollegen das Frühstück vor, zumindest im regulären Kindergarten-Alltag. Derzeit bringen die Mädchen und Jungen Frühstück von Zuhause mit.

Doch bald gibt es wieder Müsli mit Früchten und Nüssen, Knäckebrot, Wurst und Käse ohne Plastikverpackung, Obst und Gemüse für die 45 Kinder. Und dann stehen auch wieder Besuche an der Streuobstwiese an, denn um die Bäume dort kümmern sich die Kleinen auch regelmäßig – zusammen mit vielen Freiwilligen aus dem Ort.

Die Korbacher Plastikfrei-Initiative hat Großes vor: Die Mitglieder wollen Workshops anbieten, Tipps für ein plastikfreies Leben geben, dabei altes Wissen einbinden und Neues entstehen lassen. Die Initiative ist Teil des Vereins „Weites Feld“, der jetzt ebenfalls mit 1000 Euro vom Umweltministerium ausgezeichnet wurde. Natur und Umwelt, aber auch Bildung und Kultur sind der Kern des Vereins „Weites Feld“, der 2019 ins Leben gerufen wurde. Als das Umweltministerium zum Wettbewerb in Sachen Plastikvermeidung aufrief, sei das für den Verein ein Aufhänger gewesen, sagt Miriam Interthal, die die Bewerbung eingereicht hat.

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