Dauer-Defizit

Korbacher Kleeblatt-Laden schreibt rote Zahlen: Lebenshilfe sucht neues Konzept und Partner

Kleebatt-Regionalwarenladen im Corvita in Korbach: Die Lebenshilfe will das defizitäre Geschäft nicht weiterführen.
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Kleebatt-Regionalwarenladen im Corvita in Korbach: Die Lebenshilfe will das defizitäre Geschäft nicht weiterführen.

Bio aus der Region ist sein Markenzeichen, doch der Kleeblatt-Regionalwarenladen im Corvita am Obermarkt macht seit vielen Jahren ein Minus. Das Lebenshilfe-Werk Waldeck-Frankenberg als Hauptgesellschafter sucht jetzt nach Wegen, wie es weitergehen kann. Die Entscheidung über die Zukunft des Ladens soll am 23. November fallen.

  • Der Kleeblatt-Regionalwarenladen im Korbacher Corvita schreibt seit Jahren ein Defizit, das das Lebenshilfe-Werk Waldeck-Frankenberg ausgleicht.
  • Bis zur Entscheidung am 23. November führt die Lebenshilfe Gespräche mit möglichen Partnern, die das Geschäft fortführen könnten.
  • Für die neun Mitarbeiter sollen neue Arbeitsplätze im Lebenshilfe-Werk gefunden werden.

Korbach – Klar ist für die Lebenshilfe, dass der Kleeblatt-Laden in der bisherigen Form nicht weitergeführt werden kann. „Wir haben den Fehlbetrag über viele Jahre aus dem Finanzetat des Lebenshilfe-Werks ausgeglichen“, sagt Vorstandsvorsitzender Christoph Hille. Fakt sei, dass der Betrieb finanziell nicht auf eigenen Beinen stehen könne. Unter anderem die Konkurrenz durch Discounter und Supermärkte mit günstigem Bio-Sortiment macht dem Kleeblatt-Laden mit seinen hochwertigen Produkten das Leben schwer.

Das Problem ist nicht neu: Bereits 2011 hatte die Lebenshilfe den Kleeblatt-Laden in Frankenberg aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen, 2012 den in Bad Arolsen-Helsen. Die Kleeblatt-Läden in Bad Wildungen und Fritzlar werden seit vielen Jahren von Privatpersonen betrieben. In Korbach setzt die Lebenshilfe seit 2012 auf den Dreiklang Kleeblatt-Laden, Bistro Kostbar und Weltladen unter dem Dach des Corvitas. Doch die erhofften Synergie-Effekte blieben zumindest finanziell für den Kleeblatt-Laden aus.

Aufsichtsrat der Lebenshilfe entscheidet am 23. November

Welcher Weg in Korbach nun eingeschlagen werden soll, entscheiden Aufsichtsrat der Lebenshilfe und Kleeblatt-Gesellschafterversammlung in einer gemeinsamen Sitzung am 23. November. Derzeit laufen laut Hille Gespräche mit möglichen Partnern, die das Geschäft in einer anderen Form fortführen könnten. „Wir haben natürlich auch ein großes Interesse daran, für unsere eigenen Waren einen Vertriebsweg zu haben“, erklärt Hille. Die Lebenshilfe verkauft im Laden unter anderem ihre Produkte aus dem Hofgut Rocklinghausen und dem Biogarten Flechtdorf.

Nur noch bis zum Jahresende soll der Betrieb in gewohnter Form laufen. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, da wir die Idee hinter dem Kleeblatt-Laden immer noch gut finden“, sagt Frank Strotmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Das Geschäft im Corvita ist ein Integrationsprojekt, das zum Ziel hat, schwerbehinderte und sozial benachteiligte Menschen wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern.

Mitarbeiter bekommen neue Arbeitsplätze im Lebenshilfe-Werk Waldeck-Frankenberg

Für die neun unbefristeten und nach Tarif bezahlten Mitarbeiter sollen neue Arbeitsplätze im Lebenshilfe-Werk gefunden werden. Die Beschäftigten seien bereits im September über den Stand der Diskussion informiert worden, sagt Hille. Das Bistro Kostbar als Arbeitsangebot für Menschen mit Behinderung wird unterdessen weitergeführt.

Auch Franz Harbecke von der Eine-Welt-Initiative setzt darauf, unter dem Dach des Corvitas bleiben zu können: „2002 sind wir mit dem Weltladen ins Corvita eingezogen. Für uns waren das sehr erfreuliche Jahre.“ Die Räume am Obermarkt und die Kombination mit Kleeblattladen und Kostbar seien optimal gewesen, so Harbecke: „Wir würden gerne an dieser Kombination und am Standort festhalten.“ Christoph Hille versucht, die Bedenken zu zerstreuen: „Ums Corvita muss sich keiner Sorgen machen.“

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