Symbolfigur der alten Hansestadt wird zum Kunstobjekt

Korbacher Roland im Rampenlicht

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Korbach - Bei der Kunstwoche Anfang Mai rückt Korbachs Symbolfigur in den Blickpunkt: Der Lions-Club Korbach-Bad Arolsen hat Künstler gewonnen, den Roland individuell zu gestalten. Zehn Kunstwerke sollen den Roland künftig kreativ in Szene setzen.

Löwen in München, Bären in Berlin – große deutsche Städte zeigen ihre Symbole mit Stolz im Straßenbild. Was würde für Korbach besser passen als die Statue des Rolands – mittelalterliches Zeichen für Stadtrechte und Freiheit in der alten Hansestadt (Hintergrund). Diese Gedanken hat der Lions-Club Korbach-Bad Arolsen als Projekt für die Korbacher Kunstwoche aufgegriffen: Vom 2. bis 5. Mai soll die Rolandsfigur als Kunstobjekt möglichst viel Aufsehen erregen – und zeitlich weit darüber hinaus.

Symbol der Hansestadt

Das Ziel der Aktion: Künstlerisch gestaltete Rolande sind künftig dauerhaft an verschiedenen Stellen in der Stadt zu bewundern. Für Korbacher und Besucher rückt die Symbolfigur durch Kunst neu und stärker ins Bewusstsein. Und das gesamte Projekt ist zugleich mit einem wohltätigen Zweck verbunden. Die kunstvoll gestalteten Statuen sollen verkauft oder versteigert werden – etwa an Firmen und Behörden. Mit dem Erlös will der Lions-Club Korbach-Bad Arolsen dann in guter Tradition benachteiligte Kinder in der Region unterstützen. Als künstlerisches „Rohmaterial“ hat der Lions-Club zehn Figuren aus Holz fertigen lassen. Die beeindruckenden Kopien in Originalgröße von rund 1,50 Meter stammen aus der Werkstatt von Willi Müller (Eppe).

Rund 80 Kilo wiegt ein solcher Roland aus Holz. Die Künstler Bei den Künstlern – allesamt mit Bezug zur Region – stieß das Projekt auf dankbares Echo. Die Korbacher Künstlergruppe „artur“, Roman Koksch (Korbach), der Graffiti-Künstler Philipp Hiller (Korbach), Iris Resch-Grimm (Bömighausen), Christian Schnatz (Dorfitter), die Bad Wildunger Designerin und Malerin Petra Schuster bürgen für individuelle und facettenreiche künstlerische Prägung. Auch Gymnasiasten der Alten Landesschule unter Regie der Kunstlehrerin Birte Menzler werden eine Rolandsfigur gestalten.

Besonders im Blick stehen Andreas Kopp, Emell GökChe und Thomas Henke. Der Künstler Andreas Kopp (Paderborn), geboren in Amsterdam, stellt seit Anfang der 90er-Jahre weltweit aus. Beispiele seines Schaffens sind Gestaltungen in der KölnArena, im Technischen Rathaus Köln und Bilder für die Berliner Kunstmesse 2007. Andreas Kopp hat seit den 90er-Jahren wiederholt in Korbach ausgestellt, etwa seine „Rost-Bilder“ als kunstvolle Kleinode. Thomas Henke stammt aus Korbach und ist Professor für Neue Medien an der Fachhochschule in Bielefeld. Henkes Video-Kunst genießt internationales Ansehen und wurde mehrfach ausgezeichnet.

Eine dauerhafte Video-Installation hat er auch für das Korbacher Museum geschaffen. Ein neues großes Filmwerk von Thomas Henke steht kurz vor der Premiere. Emell GökChe (Paderborn) gewann 2010 den erstmals vergebenen Korbacher Kunstpreis. Die Malerin, Designerin, Musikerin ist ein wahres Multitalent. Bei RTL?2 und VOX ist Emell auch im Fernsehen aktiv – aktuell als Moderatorin bei „Wohnen nach Wunsch“. Das Roland-Projekt des Lions-?Clubs zur Korbacher Kunstwoche verheißt somit eine spannende künstlerische Auseinandersetzung – von bleibendem Wert und für einen guten Zweck.

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