In Orange ein Zeichen setzen

Korbacher Soroptimistinnen kämpfen mit Aktion gegen Gewalt an Frauen

Monika Niederquell (von links) und Christina Behringer vom Korbacher Soroptimist Club präsentieren ein Plakat. Mit dabei sind auch die Präsidentin Beate Freitag und Corina Spatke.
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„We stand up for women“ steht auf dem Plakat, das Monika Niederquell (von links) und Christina Behringer vom Korbacher Soroptimist Club präsentieren. Mit dabei sind auch die Präsidentin Beate Freitag und Corina Spatke.

Eine Schaufensterpuppe ganz in orange gekleidet – sie soll auffallen und ein klares Zeichen im Kampf gegen Gewalt an Frauen setzen.

Korbach – Diese Farbe soll die Solidarität mit den Opfern symbolisieren. Weltweit finden vom 25. November bis zum 10. Dezember die „Orange Days“ statt.

Erstmals beteiligt sich auch der Korbacher Soroptimist Club an dieser Aktion. „Wir haben uns durch die Coronakrise verpflichtet gefühlt, etwas zu tun“, berichtet die Präsidentin Beate Freitag. Dem in dieser Zeit steigenden Gewaltpotenzial müsse entgegengewirkt werden.

Im Modegeschäft Manhenke, beim Augenoptiker Brillen-Naber, im Sanitätshaus Friedhoff und im DRK-Kleiderladen finden sich die Puppen in orangefarbener Kleidung. Zusätzlich werden, auch in mehreren Apotheken, Plakate und Flyer angeboten, die informieren, denn laut Statistik gibt es jährlich allein in Deutschland etwa 140 000 Fälle von häuslicher Gewalt.

„Wir haben lange überlegt, wie wir auch junge Frauen erreichen können“, sagt Corina Spatke. Bei ihnen sei das Ausgehen mit Freundinnen beliebt. Der Verein entschied sich deshalb dafür, Bierdeckel zu bedrucken, die auch zukünftig in Gaststätten verteilt werden sollen.

Eines ist Beate Freitag bei der Aktion besonders wichtig: „Wir möchten einen Aufruf starten.“ Der Verein würde sich freuen, wenn Menschen, die den Kampf gegen Gewalt an Frauen unterstützen möchten, ein Licht in ihr Fenster stellen würden, das möglichst orange leuchtet. Weitere Gebäude im Landkreis werden zudem angestrahlt. (sk)

Hier können Frauen im Notfall Hilfe finden

Unterstützung bieten die Frauenberatungsstellen in Korbach, Entengasse 1, Telefon 05631/503246 und in Bad Wildungen, Brunnenstraße 53, Telefon 05621/91689.

Auch das „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ berät Betroffene und ist bundesweit rund um die Uhr kostenfrei unter der Telefonnummer 08000 116 016 zu erreichen. Über die Website hilfetelefon.de ist zudem eine Onlineberatung per E-Mail oder Chat möglich.

Kreishaus wird am Aktionstag beleuchtet

Das Schweigen brechen und gemeinsam mehr erreichen: Der Landkreis Waldeck-Frankenberg beteiligt sich an den Aktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen – und wird am heutigen 25. November als Zeichen der Solidarität das Kreishaus in Korbach in oranges Licht tauchen.

Ziel ist es, die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen und dafür zu sensibilisieren. Gewalt gegen Frauen wird oft bagatellisiert oder ignoriert. Die Folge: Betroffene sprechen aus Scham und Angst nicht über das Erlebte. Gerade in der aktuellen Situation, in der die anhaltende Corona-Pandemie viele andere Themen in den Hintergrund drängt, will der Landkreis Waldeck-Frankenberg auf Initiative des Frauenbüros ein unübersehbares Zeichen setzen – und wird das Kreishaus in Korbach am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen orange erstrahlen lassen.

„Gerade in der momentanen Lage, wo persönliche Treffen, Veranstaltungen und vieles mehr abgesagt werden müssen, möchten wir uns zu dem Thema positionieren, ein klares Zeichen setzen und Flagge zeigen“, sagt Landrat Dr. Reinhard Kubat. „Unsere Verwaltungsstelle in Korbach in den Farben des Aktionstags anzustrahlen ist nicht nur ein deutliches, sondern auch corona-konformes Signal, um zu diesem Thema im wahrsten Sinne des Wortes Farbe zu bekennen“, ergänzt die Frauenbeauftragte des Landkreises Beate Friedrich. (sk/mab)

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