Grundstück in der Hagenstraße soll „Sondergebiet“ werden

Korbacher Stadtverordnete für Hotel-Pläne in alter Polizeistation

Die alte Polizeistation in Korbach
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Die alte Polizeistation in Korbach: In der Immobilie in der Hagenstraße soll ein Hotel entstehen, das wünscht sich jedenfalls die Stadt. Das Grundstück soll deshalb als „Sondergebiet Hotel“ ausgewiesen werden.

Die alte Polizeistation wird zum „Sondergebiet Hotel“. Die Stadtverordneten haben am Donnerstag einstimmig die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans beschlossen. Die Grünen enthielten sich bei der Abstimmung.

Korbach – Das Land Hessen will die alte Polizeistation in der Hagenstraße verkaufen. Damit aus der denkmalgeschützten Immobilie kein Spekulationsobjekt oder Leerstand wird, soll das Grundstück als „Sondergebiet Hotel“ ausgewiesen werden. Dann wäre nur eine Nutzung als Hotel möglich.

„Es geht darum, Einfluss auf die Entwicklung zu nehmen“, erläuterte Bürgermeister Klaus Friedrich. Städtebauliches Ziel der Stadt ist, in der repräsentativen früheren Landratsvilla ein Hotel zu etablieren, um den Tourismus zu stärken. Der Bedarf und mögliche Investoren sind laut Friedrich vorhanden.

„Der Standort ist ideal, das Konzept zukunfts- und tragfähig“, sagte Kai Schumacher, Fraktionschef der Freien Wähler. Einzelhandel und Gastronomie würden von einem zusätzlichen Hotel profitieren. Auch Achim van der Horst (SPD) bewertete das Projekt positiv, wies aber auf einen großen Renovierungsstau im denkmalgeschützen Gebäude hin: „Da muss man erstmal einen Investor finden.“ Karl Suck (CDU) hätte sich mehr Mut im Bebauungsplan gewünscht, um ein mehrstöckiges Bettenhaus bauen und im Gegenzug andere Flächen auf dem Grundstück entsiegeln zu können.

Kritisch äußerten sich die Grünen. Die Begeisterung bei den Hoteliers in Korbach sei nicht besonders groß, sagte Dr. Peter Koswig: „Es wird eine scharfe Konkurrenz befürchtet.“ Fraglich sei, ob tatsächlich ein höherer Bedarf an Betten bestehe: 2019 sei die Auslastung der bestehenden Hotels in Korbach zwar zufriedenstellend gewesen, es habe aber noch ausreichend freie Kapazitäten gegeben. Die Bedarfsprognose der Stadt sei mit einigen Unsicherheiten behaftet. So werde die Zahl der Geschäftsreisen vermutlich auch nach der Corona-Pandemie nicht mehr den ursprünglichen Stand erreichen.

Die örtlichen Hoteliers schätzen auch den erwarteten Effekt der geplanten Mountainbike-Strecke „Grenztrail“ nicht so hoch wie die Stadt ein, so Koswig. Darüber hinaus vermisse er ökologische Aspekte in der Bauleitplanung. Unter anderem müsste die Nutzung von Fotovoltaik und ein Bau nach Passivhausstandard festgeschrieben werden.

Eine Konkurrenz zu bestehenden Betrieben sei nicht zu befürchten, entgegnete Bürgermeister Friedrich: „Es geht hier nicht um 200 Betten, sondern nur um etwa 20.“

Jochen Rube (FDP) mahnte unterdessen konkrete Zahlen zu Übernachtungs- und Tagesgästen an: „Es müsste ein vernünftiges Tourismus-Hotel-Konzept für Korbach erstellt werden.“

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