Ziel: Einkaufsmeile beleben

Korbacher Tourist-Info zieht in Fußgängerzone: Stadt hat Vogell angemietet

Die Stadt Korbach hat die ehemalige Ladenfläche von Vogell für die Tourist-Info angemietet: (von links) Büroleiter Ralf Buchloh, Bürgermeister Klaus Friedrich und Hanse-Vorstand Jürgen Tent.
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Die Stadt Korbach hat die ehemalige Ladenfläche von Vogell für die Tourist-Info angemietet: (von links) Büroleiter Ralf Buchloh, Bürgermeister Klaus Friedrich und Hanse-Vorstand Jürgen Tent.

Die Stadt Korbach hat das zuletzt leer stehende Juweliergeschäft Vogell in der Professor-Bier-Straße angemietet. Voraussichtlich Mitte April soll auf 160 Quadratmeter Fläche das städtische Tourismus- und Info-Büro einziehen – und die Innenstadt beleben.

Korbach – Ziel ist, wieder mehr Menschen in die Fußgängerzone zu bringen. „Bis zu 200 Kontakte finden am Tag im Touristikbüro statt. Das sind nicht nur touristische Tagesgäste, sondern natürlich auch die Korbacher, die Konzertkarten oder gelbe Säcke dort abholen können“, erläutert Bürgermeister Klaus Friedrich. Jürgen Tent, Vorsitzender der Korbacher Hanse, ergänzt: „Bis zu 30 Prozent aller Kaufentscheidungen sind Zufallskäufe. Deshalb ist es wichtig, viele Menschen in die Fußgängerzone zu bekommen, um durch eine höhere Frequenz eine gute Ausgangssituation für den Einzelhandel zu schaffen.“

Der Umzug der Tourist-Info in die Einkaufsmeile soll aber nur ein erster Schritt sein, um die Fußgängerzone neu zu beleben. Stadt und Hansevorstand haben in der vergangenen Woche vereinbart, einen Maßnahmenkatalog auch über das Jahr 2021 hinaus zu erarbeiten. Denn die Corona-Krise ist nicht das einzige Problem des Einzelhandels derzeit. „Filialisierungsdruck und der Online-Handel kommen als weitere Problemverstärker hinzu. Von daher gilt: Schon jetzt – während der Corona-Krise – Maßnahmen zu ergreifen, gegenzusteuern und Initiativen zu entwickeln“, so Friedrich.

Dazu gehöre ein aktives Eventmanagement, aber auch die Ansiedlung von weiteren Frequenzbringern. Bezahlbarer Parkraum, optimale Verkehrsanbindung – egal ob Individualverkehr oder öffentlicher Personennahverkehr, die Qualität beim Angebot der Einzelhändler, aber auch des öffentlichen Verkehrsraums sind laut Friedrich und Tent weitere Bausteine in einem Konzept für die Zukunft.

Eine wichtige Rolle spiele außerdem eine zielorientierte, offene Bauleitplanung der Kommunen, so Friedrich: „Also weg von reinen Kerngebieten, die im Schwerpunkt Einzelhandel vorsehen. Die Innenstadt von Morgen ist multifunktional, also ein Mix von Einkaufen, Wohnen, Kultur und Gastronomie.“

Doch dafür gebe es kein Patentrezept, sondern es müssten individuelle Lösungen gefunden werden, betont der Bürgermeister. „Am wichtigsten ist aber ein funktionierender Dreiklang, ein konstruktives Miteinander von Kommune, Einzelhandel und Vermietern.“ Jürgen Tents Fazit: „Handel heißt Wandel. In der Hansestadt Korbach wollen wir ihn aktiv gestalten“, sagt der Hansechef.

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