19 Menschen verloren 98.200 Euro

Korbacher wegen Kreditbetrugs zu Haftstrafe verurteilt

Das Amtsgericht in Korbach.
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Nach vielen Prozessen am Korbacher Amtsgericht ist schließlich ein Urteil gegen einen 65-Jährigen aus der Hansestadt gefallen.

Bei Kreditbetrug verloren 19 Opfer bis zu 25.000 Euro. In mehreren Prozessen musste sich ein Korbacher verantworten – nun ist ein Urteil gefallen.

  • 19 Menschen aus dem In- und Ausland wurden Opfer von Kreditbetrug. Das Korbacher Amtsgericht verurteilte deshalb einen 65-Jährigen aus der Hansestadt.
  • Unter falschen Namen bot er demnach unter falschen Namen online Kredite an; verlangte eine Sicherheit – die er behielt, ohne das jemals jemand ein Darlehen bekam.
  • Der Korbacher selbst bezeichnet sich als Opfer eines bekannten Finanzbetrügers aus Niedersachsen. Das Amtsgericht hält eine Partnerschaft für wahrscheinlicher.

Korbach – Wegen gewerbsmäßigen Betrugs ist ein 65-jähriger Korbacher am Amtsgericht in der Hansestadt zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sieben Monaten verurteilt worden. Für das Schöffengericht um Direktor Robert Winter stand fest: 19 Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die online Kredite suchten, verloren zwischen 2011 und 2014 zusammen 98.200 Euro an ihn.

Unter Alias-Namen habe er ihnen Darlehen angeboten, für die Auszahlung nötig sei jedoch zunächst die Überweisung einer Sicherheit in Höhe von zehn Prozent der gewünschten Summe. Die landete auf den Konten des Korbachers – Kredite bekamen sie aber nie.

Bis zum Schluss hielt der 65-Jährige an seiner Version der Geschichte fest: Aus seiner Sicht sei er einer rechtmäßigen Tätigkeit nachgegangen. Er habe gar keinen Kontakt zu den Kunden gehabt, sondern als Mittelsmann zwischen zwei Firmen ihre Unterlagen und Einträge etwa im Handelsregister geprüft. Ihr Kreditwunsch sei von seinen Partnern abgelehnt worden; er habe trotzdem seine Provision von zehn Prozent verdient.

Korbacher sieht Schuld für Kreditbetrug anderswo

Diese vermeintliche Vergütung war die „Sicherheit“, um die sie betrogen wurden – für einige ihr gesamtes Erspartes, mancher hatte bereits zuvor gegen die Insolvenz gekämpft. Verantwortung dafür bestritt der Korbacher: Über die Abwicklung zwischen den Kunden und der Firma, die sie vermittelt hatte, wisse er nichts. Hinter einem Betrug stecke ein Kreditbetrüger aus Niedersachsen, der ihn belasten wolle. Die gleiche Masche beschreibe dieser in seinem Buch „Mein Leben als Finanzbetrüger“, mittlerweile täusche er seinen Tod vor, um Verfolgung zu entgehen. Auch ein Berliner hänge da mit drin.

Was der Richter anmerkte: Trotz allen Vorwürfen, dass andere ihm schaden wollten – bei den Fällen habe ausschließlich der Korbacher profitiert: „Die bösen Menschen haben dafür gesorgt, dass Ihnen 98.200 Euro zugeflossen sind.“ Vielmehr gehe er davon aus, dass der Korbacher, der Niedersachse und vielleicht auch der Berliner gemeinsam tätig seien; oder zumindest der Korbacher die Masche übernommen habe.

Korbacher bleibt in U-Haft, mehr Ärger naht

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Dennoch verließ der Korbacher den Sitzungssaal in Handschellen: Seit März sitzt er in Untersuchungshaft. Richter Winter erhielt dies aufrecht: Der 65-Jährige verfüge über „nicht unerhebliche kriminelle Energie“, es gebe keine Anhaltspunkte, dass er seinen Lebensunterhalt legal bestreiten wolle – und es steht ein weiteres Strafverfahren an: Dieses Mal geht es um Subventionsbetrug und Urkundenfälschung mit 28 000 Euro Schaden. (wf)

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