Sicherheit wird angezweifelt

Gefahr des Ertrinkens? Vater und Sohn retten Kind aus neuem Stadtparkteich

Ein Schild am Teich im Stadtpark von Korbach weist darauf hin: „Bitte die Wasserfläche nicht betreten“. Ein Kind musste nun aus diesem gerettet werden.
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Ein Schild am Teich im Stadtpark von Korbach weist darauf hin: „Bitte die Wasserfläche nicht betreten“. Ein Kind musste nun aus diesem gerettet werden.

Der Stadtpark in Korbach hat einen neuen Teich. Ein Kind musste nun aus diesem gerettet werden. Ist dieser auch wirklich sicher genug?

Korbach – Ist der neue Teich im Korbacher Stadtpark sicher genug? Der Korbacher Wilhelm Schmidt hat Zweifel daran: Sein Sohn hat am Sonntag einen Jungen aus dem Wasser gezogen, der zu weit in den Teich gewatet war. Die Stadt beteuert unterdessen, dass alle Sicherheitsvorgaben eingehalten wurden.

Sonntag gegen 17 Uhr bemerkten Schmidt und sein Sohn einen Jungen im Teich. „Sein Gesicht war schon unter Wasser, mein Sohn ist sofort mit Kleidung ins Wasser gesprungen und hat ihn herausgezogen“, berichtet der Korbacher. Das etwa sechs bis acht Jahre alte Kind habe offenbar am Rand gespielt. Als sein Spielzeug Richtung Mitte abgetrieben sei, sei der Junge hinterhergelaufen und ins tiefere Wasser geraten. Laut Schmidt waren die Eltern vor Ort. „Sie hatten es aber gar nicht bemerkt.“

Korbach: Mann rettet Kind aus Teich in Stadtpark

Doch nicht nur die Eltern hätten ihre Aufsichtspflicht verletzt, sagt Schmidt, die Bauweise des Teichs begünstigt seiner Meinung nach solche Vorfälle. Der See ist laut Plan in drei Zonen mit unterschiedlichen Wassertiefen unterteilt, die jeweils mit Böschungen ineinander übergehen: Zunächst eine Flachwasserzone mit 30 Zentimetern Tiefe, dann die sogenannte „Seerosenzone“ mit 90 Zentimetern und schließlich die Tiefwasserzone in der Mitte mit 1,80 Metern Wassertiefe. Der Boden in den vorderen Zonen sei sehr rutschig, sagt Schmidt: „Mein Sohn hatte Schwierigkeiten, herauszukommen.“

Am nördlichen Ende des Teichs, an dem auch ein Spielplatz eingerichtet ist, führen mehrere Betonstufen als Sitzgelegenheiten bis zum Wasserspiegel. Ein Schild weist dort darauf hin, dass die Wasserfläche nicht betreten werden darf. Nach Schmidts Ansicht verleiten die Stufen, das Wasser zu betreten. Der Warnhinweis müsse mehrsprachig angebracht werden.

Dabei sind Kommunen eigentlich nach dem tragischen Fall 2016 in Neukirchen im Schwalm-Eder-Kreis sensibilisiert: Damals ertranken drei Kinder in einem nicht eingezäunten Teich. Der Bürgermeister der Gemeinde wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Bürgermeister hat Berufung eingelegt.

Gefahr für Kinder? Teich im Stadtpark Korbach erfülle Sicherheitsvorgaben

Laut Ralf Buchloh, Büroleiter des Bürgermeisters, hat der Kommunalversicherer GVV in Köln, bei dem die Stadt eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, das Rathaus hinsichtlich möglicher Sicherungsmaßnahmen beraten. Die Umsetzung dieser Empfehlungen und der Nachweis darüber sichert der Stadt den erforderlichen Versicherungsschutz.

Der Versicherer schreibe eine umlaufende Flachwasserzone mit einer Breite von zwei Metern und einer Tiefe von nicht mehr als 40 Zentimetern vor, erläutert Buchloh: „Wir gehen darüber deutlich hinaus.“ Der Teich im Stadtpark habe eine Flachwasserzone von 3,5 bis vier Metern Breite, die leicht abfallend sei und so deutlich mache, dass es zur Mitte hin tiefer werde.

„Wir haben uns mit der Versicherung abgestimmt und erfüllen die Vorgaben“, macht Buchloh nochmals deutlich. „Uns ist der Fall, den Herr Schmidt beschreibt, bekannt“, sagt der Büroleiter des Bürgermeisters. Er appelliere hier an die Aufsichtspflicht der Eltern.

Ansturm vieler Familien und Kinder: Kontrollen im Stadtpark in Korbach verstärkt

Sonnenschein, frühlingshafte Temperaturen und ein nagelneuer Park: Der Andrang in der neu eröffneten Hälfte des Korbacher Stadtparks war am Wochenende groß. Das hat auch für Probleme gesorgt. Anwohner berichten von Müll, Lärm und Menschenmengen, bei denen nicht immer die Corona-Verordnung beachtet wurde. Die Stadt reagiert mit Nachbesserungen bei der Abfallentsorgung und Reinigung sowie mit mehr Kontrollen.

Der Bauhof habe die Leerungsintervalle angepasst und zusätzliche Müllbehälter angebracht, erläutert Büroleiter Ralf Buchloh auf Nachfrage unserer Zeitung. Außerdem werde verstärkt kontrolliert: „Der Stadtpark ist ein Ort der Erholung und keine Partymeile. Das Ordnungsamt wird die Kontrollgänge intensivieren, auch an Wochenenden und Feiertagen.“ Zusätzlich würden Polizei und ein privater Sicherheitsdienst im Park kontrollieren. „Wir appellieren an alle, die Regeln einzuhalten“, so Buchloh.

Er ruft aber auch zu mehr Toleranz auf, falls es mal etwas lauter werden sollte: „Unter den Besuchern waren viele Familien mit Kindern, die keinen eigenen Garten haben.“ Insgesamt werde die Umgestaltung des Stadtparks in Korbach gut von den Bürgern angenommen: „Wir haben eine tolle Resonanz erhalten. Das freut uns natürlich.“

Fotos: Neuer Stadtpark in Korbach eröffnet

Der neue Stadtpark in Korbach ist eröffnet worden.
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