Auf der Strecke zwischen Volkmarsen und Zierenberg: Ärger über Verspätungen 

Korbacherin nervt Wartezeit beim Schienenersatzverkehr 

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Umstieg in den Bus: Ein Schienenersatzverkehr ist wegen der Gleisbauarbeiten zwischen Volkmarsen und Zierenberg eingerichtet worden. Dadurch verzögert sich so manche Fahrt mit dem Zug.

Rund eine Stunde länger benötigen derzeit Bahnreisende, wenn sie von Korbach nach Kassel-Wilhelmshöhe oder in die umgekehrte Richtung fahren. Auch die Fahrt zum Hauptbahnhof nach Kassel ist mit Verspätungen verbunden. Der Grund ist ein Schienenersatzverkehr mit Bussen, der wegen Arbeiten an den Gleisen und Schienen zwischen Volkmarsen und Zierenberg eingerichtet wurde. 

Als Else Zekl am vergangenen Samstagmorgen mit dem Zug zu ihrer Enkeltochter nach Kassel-Wilhelmshöhe fuhr, ahnte sie noch nicht, dass sie diesmal bedeutend länger unterwegs sein würde. Um 9.21 Uhr am Zielort angekommen, blickte sie verärgert auf die Uhr. „Für die gesamte Strecke hatte ich satte zwei Stunden und 15 Minuten gebraucht. Normalerweise benötige ich dafür eine Stunde weniger“, sagt die Korbacherin, die unserer Zeitung ihr nerviges Erlebnis schilderte.

Wie üblich stieg Else Zekl am Samstag in den Regionalexpress, der sie nach Kassel-Wilhelmshöhe bringen sollte. „In der Zeitung hatte ich gelesen, dass zwischen Volkmarsen und Zierenberg Arbeiten an den Schienen und Gleisen durchgeführt werden und deshalb auf diesem Abschnitt ein Schienenersatzverkehr mit einem Bus eingerichtet wurde“, sagt Zekl. „Ich wusste, dass der Zug nicht wie sonst bis Kassel-Wilhemshöhe durchfährt und dass ich stattdessen zwischendurch den Bus nehmen muss."

In Volkmarsen angekommen, stand auch schon der Bus als Schienenersatzverkehr bereit. „Ich stieg ein und fuhr bis nach Zierenberg. Auf der Fahrt merkte ich, dass ich länger unterwegs bin als sonst. Ich kam mit dem Bus in Zierenberg um 8.26 Uhr an. Besonders ärgerlich war dann jedoch die Tatsache, dass in Zierenberg kein direkter Anschlusszug nach Kassel-Wilhelmshöhe bereitstand“, sagt Zekl. Erst nach einer halbe Stunde Wartezeit habe sie den Regional-Express um 9.01 nehmen können. In Kassel-Wilhelmshöhe kam sie um 9.21 an und damit genau eine Stunde später als sonst. In umgekehrter Richtung sei die Verspätung identisch gewesen.

„Wenn ein Schienenersatzverkehr eingerichtet ist, erwarte ich, dass sich an den Ankunftszeiten nichts oder nur wenig ändert“, meint die Korbacherin. Alternativ hätte sie in Zierenberg zwar auch um 8.31 Uhr die Regio-Tram nach Kassel-Hauptbahnhof nehmen können. „Dort hätte ich aber noch einmal umsteigen müssen und wäre um 9.13 Uhr in Kassel-Wilhelmshöhe gewesen. Das hätte gerade einmal eine Ersparnis von acht Minuten bedeutet“, berichtet Zekl.

DAS SAGT DIE DEUTSCHE BAHN 

"Die Strecke Kassel-Korbach wurde vor Jahren ausgebaut und beschleunigt. Dies hat zur Folge, dass der Zug deutlich schneller ist als der Bus. Negativ macht sich das bei der Planung des Schienenersatzverkehrs (SEV) bemerkbar, da der Bus die Zugzeiten nicht halten kann und zusätzlich Übergangszeiten eingeplant werden müssen“, sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn. Ein Schienenersatzverkehr könne einen ausfallenden Zug nicht eins zu eins ersetzen.

Was die Deutsche Bahn noch zu den Verspätungen sagt sowie weitere Details zu den Arbeiten auf der Strecke lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der WLZ am 21. Oktober  

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