Beim fünften Holunderblütenfest faltete Aktionskünstler Frank Bölter ein überdimensionales Boot

Von Kräutern und Schiffen aus Papier

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Mit vereinten Kräften wurde auf dem Holunderblütenfest ein überdimensionales Schiff gefaltet. Aktionskünstler Frank Bölter durfte als erster Passagier das Boot betreten. Und für kurze Zeit schwamm das wackelige Konstrukt auch.

Lichtenfels-Sachsenberg - Zwei Dinge standen beim Holunderblütenfest in Sachsenberg im Vordergrund. Auf der einen Seite natürlich die Pflanze als Namensgeberin des Festes. Auf der anderen Seite das große Papierschiff von Frank Bölter.

Das Programm des fünften Holunderblütenfestes am Donnerstag hielt, was es versprach. Natur- und Kunstfreunde kamen rund um die idyllische Teichanlage an der „Vorderen Wasche“ voll auf ihre Kosten - auch wenn der Höhepunkt, der „Stapellauf“ des Papierschiffs, ein wenig auf sich warten ließ.

Bevor Aktionskünstler Frank Bölter mit seinem Experiment in Erscheinung trat, stand vor allem der Schwarze Holunder im Vordergrund. Die Blüte der Pflanze beginnt im Mai und Juni - und das auch an den Stadtmauergärten Sachsenbergs, die Teil der Garten-Route Eder/Lahn/Diemel sind. An den Mauern entlang ging Reta Reinl mit ihren Gästen auf Kräutertour. Während der Wanderung konnten Interessierte fast alle 21 Wildkräuter entdecken, die für die Sachsenberger Grüne Soße benötigt werden - dazu gab es zahlreiche Informationen.

Alle helfen beim Falten

Zur Stärkung wurden danach zahlreiche Speisen und Getränke mit Holunder serviert: vom Holundermuffin über Holundersirup bis zur Holunderlimonade. Kinder hatten die Möglichkeit, mit Ronni Beyer Holunderpfeifen zu basteln. Umrahmt wurde die gesellige Atmosphäre durch die Musik von Helga Wagner und Jochen Bischoff. Am späteren Nachmittag begann dann das, worauf viele gewartet hatten. Frank Bölter schickte sich an, aus Papier ein überdimensionales Schiff zu bauen, mit welchem dann auch Personen befördert werden sollten. „Dahinter steckt der Versuch, der Gesellschaft zu zeigen, was mit Materialien, die wir nicht wirklich beachten, alles möglich ist“, so Bölter. Der Künstler lebt für ein Projekt derzeit in Sachsenberg. Das Material war in dem Fall Getränkekarton, „der meist einfach nur weggeworfen wird“.

Beim Falten des Papiers halfen alle mit, egal ob jung oder alt. Fragten sich zu Beginn noch viele, ob da wirklich ein Boot entsteht, so staunten die Helfer und Zuschauer am Ende nicht schlecht, als das große Stück Papier mit den letzten Arbeitsschritten aufgestellt und an den Ecken auseinandergezogen wurde. Fertig war das Papierschiff, zumindest fast. Für den letzten Feinschliff sorgte Bölter, in dem er die Kanten zusammenschweißte.

Dann galt die Aufmerksamkeit erst einmal den Leichtmatrosen von den „Blosewinds“, die sich selbst als kleinsten Shantychor der Welt aus der „bekannten Hafenstadt“ Münster bezeichnen. Mit viel Witz und Charme sorgte das Trio für Unterhaltung auf der Bühne und später auch im Teich. Denn als echte Matrosen durften sie die Schwimmfähigkeit des Bootes gemeinsam mit Frank Bölter testen.

Und die vier bewiesen: Ein überdimensionales Papierschiff mit Passagieren an Bord kann schwimmen. Allerdings fielen die Seiten nach und nach wieder in ihre ursprüngliche Position zurück, sodass es für die Besatzung doch ein wenig nass wurde.

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