Erste Church-Night findet regen Zuspruch

Kreativer Abenteuerparcours durch den Kilian

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Offene Kirche bis nach Mitternacht: Das Angebot war reich bei der Church-Night im Kilian. Ob Stockbrot backen, Kerzen ziehen oder sich als Sumo-Ringer fühlen – die Ideen waren originell, ebenso der Sound der Band „Faith United“, dem das Quartett auf der Kanzeltreppe lauscht. Fotos: Hennig

Korbach - Als kreativer Abenteuerparcours wurde die erste Korbacher Church-Night in Szene gesetzt.

Je nach Zugang erlebten die Besucher eine andere Begrüßung: Vor dem Südportal lockte der Duft von leckerem Stockbrot, ehe sich die Gelegenheit zum Action-Painting auf den Spuren von „Jack-the-Dripper“ Pollock bot. Getröpfelt, wenn auch mit Wachs wurde auch am Hauptportal, das Marmorieren von Kerzen erwies sich ebenso als Publikumsmagnet wie die Fremdkörpererfahrung beim Sumo-Ringen in rosafarbenen Kampfanzügen.

Brennpunkt zur vollen Stunde waren die Andachten oder Denkanstöße unter dem Motto „Lebensweg“, in denen Erfahrungen im sozialen und christlichen Engagement zur Wahrnehmung bislang ausgeblendeter Fakten oder zum Umdenken anregen sollten.

Dabei stellte sich Johannes Helmer als Hebamme aus dem Leben und Sterbebegleiter in einem Hospiz vor. Denn der von vielen gewünschte schnelle Tod im häuslichen Umfeld ist eher die Ausnahme, 70 Prozent erleben oder durchleiden ihre letzten Tage in Krankenhäusern oder Altenheimen, so der Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde, der eindeutig zwischen Begleitung zum Sterben und Sterbehilfe unterschied. „Mit den Menschen das aushalten“ sei der Anspruch der Begleiter, wobei den Sterbenden neben geistlichem Beistand auch die Segnungen der Palliativmedizin/Schmerztherapie zur Verfügung stünden.

Die Band „Faith United“ spielte von den Besucher gewählte Favoriten aus ihrem Repertoire. Der individuelle Sound des Quintetts unterschied sich angenehm vom Heile-Welt-Mainstream des Sacropop und passte damit zum alternativen Charakter der etwas anderen Veranstaltung. Projektionen mit Text und Bild auf die Kirchenwand machten das inhaltliche Geschehen der Songs nachvollziehbar.

Weitere Stationen mit Gelegenheit zur Einkehr oder Konzentration waren die Pray-Station im Altarraum oder der Hindernisparcours „Mission Impossible“. Es sich einfach gut gehen lassen oder sich zur Musik bewegen konnten sich die nächtlichen Gäste im Gemeindehaus. Im Foyer standen die Cocktailbar und das Hotdog-Büfett bereit, Zumba war die Attraktion im großen Saal.

„Die meisten Besucher hatte wir zwischen halb neun und zehn, aber bis Mitternacht war immer was los. Diese Church- Night war eine durchweg positive Erfahrung an einem idealen Ort. Das machen wir bald wieder“, zog Claudia Vach eine rundweg positive Bilanz.

So steht am 8. November die zweite Auflage ins Haus. Das missionarische Happening mit der für kreative Impulse offenen Kirche findet traditionell am Reformationstag oder dem nächstliegenden Samstag statt.

Eine Gelegenheit zum Wiederhören mit dem Sound von „Faith United“ bzw. Genuss des vollen Repertoires gibt es schon am Sonntag, 20. März, in der Korbacher Johanneskirche.

Von Armin Hennig

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