Bürgermeister: Themen Flucht und Vertreibung aktueller denn je

Kreisverband des Bunds der Vertriebenen feiert den Tag der Heimat

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Einzug der Fahnen zum Auftakt: Die „Singenden Frauen“ brachten die Fahnen von Danzig, Preußen und den anderen Gebieten in die Korbacher Stadthalle.

Korbach. Unter dem Motto „Unrechtsdekrete beseitigen – Europa zusammenführen“ wurde am Sonntag der Tag der Heimat in der Korbacher Stadthalle gefeiert. Der Bund der Vertriebenen, Kreisverband Waldeck-Frankenberg, hatte zu der Veranstaltung eingeladen.

Das Motto sei wichtiger denn je, sagte Kreisvorsitzender Günter Krause zum Auftakt und erinnerte daran, dass gut 25 Prozent der Waldeck-Frankenberger Vertriebene seien oder Vertriebenen-Wurzeln hätten. Städtepartnerschaften wie die Korbachs mit dem polnischen Pyritz seien ein Ausdruck dessen.

Landrat Dr. Reinhard Kubat, der die Festansprache hielt, betonte, dass man Unrechte beim Namen nennen müsse. In der Tschechoslowakei beispielsweise hätte man den Heimatvertriebenen eine „kollektive Mitschuld“ gegeben. Nun gelte es, Europa zusammenzuführen „oder richtiger: zusammenzuhalten“, so Kubat. „Populisten, die um sich greifen – und dazu zähle ich auch die AfD – haben das Potenzial des Zerstörerischen“, betonte er. Bei der Landtagswahl solle man deshalb „den demokratischen Kräften eine Stimme geben“.

Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich bekannte sich „klar und deutlich zu dem, was der Bund der Vertriebenen an guter Arbeit leistet“. Die Themen Flucht, Kriege und Vertreibung seien aktueller denn je. CDU-Landtagsabgeordneter Armin Schwarz befand, das gelte auch für den Begriff Heimat. Er dankte für die Aufbauleistung der Vertriebenen nach dem Krieg. Nun müsse man „Nationalismen aus den Köpfen beseitigen“.

Traditionell war die Veranstaltung mit dem Einzug der Fahnen eröffnet worden, Kreiskulturreferentin Heidrun Keidel hatte die Totenehrung vorgenommen und die „Singenden Frauen“ aus Korbach trugen einige Lieder vor. Der Musikverein aus Ober-Waroldern sorgte für die musikalische Unterstützung, auch bei gemeinsam gesungenen Liedern wie dem „Riesengebirgslied“. Das Schlusswort hielt Horst Stutz vom Kreisverband des Bundes. (ren)

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