Sternwanderung im Rahmen der Festwoche in Hillershausen · Vier Gruppen unterwegs

Kreuz als Verbindung zu Gott

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Auf dem Dorfplatz endete die Sternwanderung. In einer Feuerschale wurden die hölzernen Kreuze mit den vielen kleinen „Wunsch-Zetteln“ verbrannt, um sie symbolisch Richtung Himmel zu schicken. Pater Lothar Herter spendete den Segen.

Korbach-Hillershausen. - 75 Jahre Michaelskirche: Im Rahmen der Festwoche wanderte die Hillershäuser Dorfgemeinschaft in unterschiedlichen Gruppen zu ihren Kreuzen in und um den Ort.

Dort formulierten sie ihre individuellen Wünsche auf kleinen Zetteln, die sie dann jeweils in ihren Gruppen an ein aus zwei Ästen selbstgebautes Kreuz hängten und auf ihre Wanderung mitnahmen. Abschließend wurden die Holzkreuze auf dem Dorfplatz verbrannt, um sie dem Himmel nahezubringen.

Werte und Maßstäbe

Nach einer kurzen Einführung und gesanglicher Einstimmung in der katholischen Kirchengemeinde St. Michael, folgte eine Lesung und die Erklärung des Themas „Kreuze“ durch Pater Lothar Herter aus Schönstadt. Er betonte in seinen Worten zum Tag der Deutschen Einheit die aufkommenden Probleme, wenn sich eine Kultur von ihrem Gott abwendet und eigene Werte und Maßstäbe definiert. Dazu solle die Gemeinde die Kreuze zur Verbindung mit Gott nutzen, um somit der himmlischen Einheit wieder näherzukommen.

Im Anschluss daran wurden vier Gruppen zur Sternwanderung gebildet. Die Jugendlichen machten sich auf zum Weltjugendtagskreuz, einem Eichenkreuz, das ihre Elterngeneration in ihrer Jugend mit Blick über das Dorf auf dem Eichkamp aufgestellt hatte. Die Frauen begaben sich zum Feldkreuz im Kragenweg am Ortsausgang Richtung Oberschledorn, eine weitere Gruppe von Frauen und Kindern besuchte das Feldkreuz am Bergweg.

Den längsten Pilgerweg zu „Längsbalken und Querbalken“, wie der Pater sagte, nahm die Männergruppe auf sich. Ihr am weitesten entferntes Ziel war der Antoniusstein. Er ist älter als jedes Bauwerk in Hillershausen, und in ihm befindet sich der Schutzpatron der Landwirte. Das Hauptziel ihrer Wanderung war jedoch das letzte Kreuz vor der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen, an der Landstraße hinter dem Ortsausgang Richtung Medebach. Der hier verwendete Christuskorpus wurde ursprünglich vom ehemaligen Friedhof wiederverwendet, doch musste er in den Jahren nach Sachbeschädigungen mehrfach ersetzt werden. „Dies ist ein Ort, an dem viele Menschen die Gelegenheit nutzen, Rast zu machen und dabei auch ihren Gott zu grüßen“, erklärte ein Hillershäuser, „auch werden oft Blumen abgestellt, die wir dann hier einpflanzen.“

Segen für die Wanderer

Diese Gelegenheit nutzte Pater Herter zum Segen für die Wanderer und das Dorf sowie anlässlich des Tags der Deutschen Einheit auch für die ganze deutsche Nation. Auf dem Rückweg begleiteten Gesänge die Männer auf dem Weg an weiteren Kreuzen vorbei zum Dorfplatz, wo die einzelnen Gruppen wieder zusammenkamen.

Neben dem früheren Friedhof, wo die Hillershäuser ihren neuen Dorfplatz einrichteten, versammelten sie sich um eine Feuerschale. Hier legten die Sternwanderer die hölzernen Kreuze hinein mit den vielen kleinen Zetteln an Wünschen und Bitten, um sie symbolisch Richtung Himmel zu schicken.

Zum Abschluss gab es für alle den Segen, viele Hillershäuser blieben in geselliger Runde zusammen auf dem Dorfplatz. Noch bis Samstag bietet die Festwoche weitere Veranstaltungen. (pf)

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