Stadt hat „artur“ Räume im Kümmell-Kunstladen zum 1. Juli gekündigt · Haus wird saniert

Künstler suchen neue Räume

Korbach - Die Künstlergruppe „artur“ muss sich für ihre Ausstellungen ein neues Domizil suchen. Das Haus, in dem der „Kümmell-Kunstladen“ regelmäßig geöffnet war, wird saniert – moderne Rathausbüros sollen darin Platz finden.

Die Stadt Korbach hatte der aktiven Künstlergruppe „artur“ seit 2012 das Fachwerkhaus in der Prof.-Kümmell-Straße 9 für Ausstellungen zur Verfügung gestellt; bis 2011 hatte dort Korbachs letztes Hutgeschäft geöffnet. Für die Künstler und die kunstinteressierte Öffentlichkeit war diese Unterstützung durch die Stadt, die sich bis auf die Übernahme der Stromkosten erstreckte, ein echter Glücksfall: Zahlreiche Kunstschaffende aus Korbach und der größeren Umgebung nutzten seitdem die Gelegenheit, im „Kümmell-Kunstladen“ eine interessante Bandbreite an Werken der Öffentlichkeit zu präsentieren. Durch die relativ zentrale Lage und die großen Schaufenster des Kümmell-Kunstladens wurden viele Passanten sozusagen im Vorbeigehen auf die unterschiedlichen Kunstausstellungen aufmerksam – Neugier wuchs, Barrieren fielen, das Engagement der Künstlergruppe gewann an Bekanntheit. „Nun haben wir die Kündigung zum 1. Juli erhalten und müssen uns neue Räume suchen“, erklärte Christina Behringer am Samstag bei der Vernissage zur Ausstellung von Dr. Jürgen Römer. Für die Künstlergruppe „artur“, die sich 2002 zur Förderung der Kunst und des Kunstverständnisses in der Öffentlichkeit gegründet hatte, kam die Kündigung zwar nicht zur rechten Zeit, „aber auch nicht unerwartet“, sagt Christina Behringer. Denn das Gebäude in der Prof.-Kümmell-Straße 9 soll wie das Haus Brühmann in der Stechbahn (Stadtwache) im Zuge des geplanten Rathausumbaus saniert und für moderne Büronutzung umgebaut werden. Rund zwölf Millionen Euro stehen im Raum, um das Rathauskonzept in den kommenden Jahren etappenweise zu verwirklichen. Im Etat für 2015 hat Bürgermeister Klaus Friedrich den „Einstieg“ ins Rathauskonzept vorgesehen: 650 000 Euro sind für die Sanierung des Fachwerkhauses in der Kümmell-Straße veranschlagt. Für die Künstlergruppe „artur“ bedeuten die nahen Umbaupläne, umgehend mit der Suche nach neuen Räumen für geplante Ausstellungen beginnen zu müssen, denn bis Mitte September ist der Kunstladen bereits ausgebucht: Am 27. Juni sollte eigentlich der „3. artur Sommerladen“ mit Bildern, Figuren, Fotografien und Plastiken geöffnet werden, anschließend eine Ausstellung mit Aquarellen von Irmgard Wihl und Helgard Rotstein. Die geplante Präsentation von Christina Behringer und Carola Petersen „MenschMeier“ vom 21. Februar bis 28. März kann ebenso noch im Kümmell-Kunstladen stattfinden wie die Ausstellung von Ulrike Rupprecht (Sachsenberg), die vom 4. April bis 9. Mai unter dem Titel „Buddhas und Bäume“ geplant ist. Vom 16. Mai bis zum 20. Juni sind zudem Objekte von Barbara Langemaack (Korbach/ Hamburg) zu sehen. „Es wäre sehr schade, wenn wir unsere Kulturarbeit nicht weiterführen könnten. Wir sind zur Anlaufstelle für die gesamte Künstlerregion geworden“, sagt Christina Behringer von der Künstlergruppe „artur“ – und hofft, neue Räume für die Kunstarbeit zu finden.Christina Behringer von „artur“ freut sich über Vorschläge für Ausstellungsräume. Sie ist unter Telefon 05631/60264 zu erreichen.

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