Ab Samstag, 4. September

Landkreis reagiert auf drastisch gestiegene Inzidenz: Corona-Regeln in Waldeck-Frankenberg verschärft

Informationsschild zu Corona-Regeln an einer Restauranttür
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Wer ab Freitag in einem Restaurant speisen möchte, braucht zwingend einen negativen Coronatest – oder muss genesen oder geimpft sein.

Die Corona-Infektionszahlen in Waldeck-Frankenberg sind in den letzten Tagen drastisch gestiegen. Der Landkreis verschärft deshalb ab Samstag, 04.09.2021, die Maßnahmen. Die Statistik zeigt außerdem: Die regelmäßigen Tests an den Schulen sind nicht der Grund für den aktuellen Anstieg.

Waldeck-Frankenberg – Innerhalb von 24 Stunden war die 7-Tage-Inzidenz in Waldeck-Frankenberg am Donnerstag von 48,6 auf 82,4 gestiegen. Die Ursache dafür waren 79 Neuinfektionen. Am Freitag gab es nochmal 25 neue Fälle, die Inzidenz stieg auf 86,9.

Laut Erstem Kreisbeigeordneten und Gesundheitsdezernenten Karl-Friedrich Frese zwang diese Entwicklung den Kreis zum unmittelbaren Handeln: „Wir müssen angesichts der rasant steigenden Zahlen eingreifen und Beschränkungen verfügen, aber grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass durch die Anwendung der 3-G-Regelungen die Auflagen nicht mehr ganz so strikt sind wie in den Lockdowns der vergangenen Monate.“

Wer geimpft, genesen oder getestet sei, könne weitestgehend am öffentlichen Leben teilnehmen, machte Frese deutlich. Allerdings würden die Teilnehmerzahlen bei Großveranstaltungen wieder heruntergefahren, Hygiene- und Abstandsregeln müssten weiterhin strikt befolgt werden.

Ein Nachweis, dass man geimpft, genesen oder negativ getestet ist, muss nach den neuen Regeln in Waldeck-Frankenberg unter anderem vor dem Betreten von Innenräumen sowie Sportstätten, Freizeiteinrichtungen, Kulturangeboten und Diskotheken vorgelegt werden oder bei körpernahen Dienstleistungen – etwa bei Friseurbesuchen. Außerdem dürfen sich nur noch maximal 500 Personen im Freien und 250 Personen in Innenräumen treffen – zuzüglich Geimpfte und Genesene.

Folgende Regeln gelten bis 16. September:

  • Einlass in geschlossene Räume bei Zusammenkünften, Fachmessen, Veranstaltungen und Kulturangeboten nur mit Negativnachweis unabhängig von der Teilnehmerzahl. Dies gilt auch für private Feierlichkeiten in öffentlichen oder eigens angemieteten Räumen.
  • Einlass als Besucher in Einrichtungen der Behindertenhilfe nur mit Negativnachweis.
  • Einlass in die Innengastronomie nur für Gäste mit Negativnachweis.
  • Einlass in Spielbanken, Spielhallen und ähnlichen Einrichtungen sowie zum Aufenthalt in Wettvermittlungsstellen nur für Gäste mit Negativnachweis.
  • Einlass in die Innenräume von Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie in die Innenräume von Sportstätten (Fitnessstudios, Hallenbader oder Sporthallen) nur mit Negativnachweis.
  • In Übernachtungsbetrieben mit Gemeinschaftseinrichtungen Vorlage eines Negativnachweises bei Anreise und bei längeren Aufenthalten zweimal pro Woche.
  • Erbringung körpernaher Dienstleistungen nur für Kundinnen und Kunden mit Negativnachweis.
  • Generelle Pflicht zu medizinischen Masken in Gedrängesituationen, in denen die Mindestabstände nicht eingehalten werden können.
  • Teilnehmerbegrenzung für Veranstaltungen, Kulturangebote und größere Zusammenkünfte auf 500 Personen im Freien und 250 Personen in Innenräumen (zuzüglich Geimpfte/Genesene); die zuständige Behörde kann ausnahmsweise eine höhere Teilnehmerzahl bei Gewährleistung der kontinuierlichen Überwachung der Einhaltung der übrigen Voraussetzungen gestatten. Dies gilt auch für private Feierlichkeiten in öffentlichen oder eigens angemieteten Räumen.

Corona-Infektionen treffen vor allem Ungeimpfte

Das aktuelle Infektionsgeschehen in Waldeck-Frankenberg, das jetzt die neuen Auflagen notwendig macht, ist nach Angaben des Landkreises diffus und über den gesamten Landkreis verteilt. Eindeutige Ursachen ließen sich nicht festmachen, sagte Frese. Es seien jedoch nicht die regelmäßigen Tests an den Schulen, die zum drastischen Anstieg der Infektionszahlen geführt hätten, betonte der Erste Kreisbeigeordnete. Unter den 79 neu Infizierten seien nur elf Fälle, die auf die schulischen Tests zurückgingen.

Corona-Infektionen sind auch in Waldeck-Frankenberg unter Ungeimpften sehr viel häufiger als unter Geimpften. Zwischen 85 und 90 Prozent der aktuell nachgewiesenen Infektionen im Landkreis beträfen Ungeimpfte über zwölf Jahren, erklärte Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese am Freitag in einem Pressegespräch. Die Zahl der Impfdurchbrüche sei gering. Frese: „Wir haben es mit einer Pandemie der Ungeimpften zu tun.“

Impfquote: Waldeck-Frankenberg an zweiter Stelle in Hessen

Die Durchimpfung der Bevölkerung in Waldeck-Frankenberg sei indes schon gut vorangekommen. Schwere Verläufe tauchten nicht mehr so oft auf, so Frese: „Die Zahl der stationär in Kliniken behandelten Covid-19-Patienten liegt bei drei, von denen keiner Intensivpflege benötigt.“

Rund 70 Prozent der Waldeck-Frankenberger haben sich ihre Erst- und Zweitimpfung im Impfzentrum in Korbach oder bei ihrem Hausarzt abgeholt. Mindestens die erste Impfung haben rund 73 Prozent der Bevölkerung. Die Impf-Zahlen der Betriebsärzte sind darin noch nicht enthalten. Damit liege der Landkreis an zweiter Stelle in Hessen hinter dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, sagte Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese. 

Impfen sei der sicherste Infektionsschutz und er könne nur allen Personen, die sich bislang noch nicht zu einer Impfung entschließen konnten, nur raten, dies bald nachzuholen. Eine Impfung erhöhe den individuellen Schutz und sei auch ein Dienst an der Gemeinschaft.

Akute Corona-Fälle in Waldeck-Frankenberg

Laut Landkreis waren am Freitag 214 Menschen in Waldeck-Frankenberg nachgewiesen mit Corona infiziert. Sieben mehr als am Donnerstag. Wie sich die Fälle auf die 22 Kommunen verteilen, zeigt die Übersicht (in Klammern Vergleich Vortag):

  • Allendorf 20 (-4)
  • Bad Arolsen 17 (-2)
  • Bad Wildungen 29 (+1)
  • Battenberg 16 (+0)
  • Bromskirchen 0 (-2)
  • Burgwald 3 (+ 0)
  • Diemelsee 1 (+ 0)
  • Diemelstadt 2 (+ 0)
  • Edertal 2 (+1)
  • Frankenau 0 (+ 0)
  • Frankenberg 44 (+2)
  • Gemünden 9 (+0)
  • Haina 2 (-1)
  • Hatzfeld 2 (+ 0)
  • Korbach 47 (+10)
  • Lichtenfels 1 (+ 0)
  • Rosenthal 3 (+1)
  • Twistetal 3 (-1)
  • Vöhl 2 (+ 0)
  • Volkmarsen 5 (+1)
  • Waldeck 3 (+ 0)
  • Willingen 3 (+ 1)

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