Baumschnitt an der Bahnstrecke bei Herzhausen · Frankenberger Bahnübergänge sind im Mai dran

Auf dem langen Weg zur Reaktivierung

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Bis Ende Februar sollen die Baumschnittarbeiten an der Bahnstrecke zwischen Herzhausen und Korbach-Süd abgeschlossen sein.

Vöhl-Herzhausen - Dem milden Winter ist es zu verdanken, dass der erste Bauabschnitt für die Reaktivierung der Bahnstrecke begonnen hat. Während bei Herzhausen Baumschnittarbeiten ausgeführt werden, laufen die Ausschreibungen für die nächsten Abschnitte.

Das erste­ Schienenfahrzeug rollt dieser Tage bereits über die stillgelegte Trasse. Der Zwei-Wege-Bagger bereitet den Weg für die Regionalbahnen, die ab 2015 wieder zwischen Korbach und Frankenberg fahren sollen. Und damit gibt er den Startschuss für die aufwendigen Bauarbeiten für die Reaktivierung der Strecke. Während die Schienen zwischen Frankenberg und Herzhausen im Sommer bereits wieder befahren wurden, müssen auf dem Weg nach Korbach viele Jahrzehnte Baumpflege- und Fällarbeiten nachgeholt werden. „Dabei fällen wir so viel wie nötig und so wenig wie möglich“, erklärt Corwyn Schutz, der bei der Deutschen Bahn für Umweltfragen verantwortlich ist, „wir gehen sehr vorsichtig vor“. Sechs Meter zu beiden Seiten der Schiene hat die Bahn Platz, um für die Züge Raum zu schaffen. „Alte, gesunde Gehölze werden nach Möglichkeit stehen gelassen, vor allem junge Bäume gefällt“, erklärt der gelernte Förster. Nach Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde fährt der große Bagger nun die Strecke ab und schlägt das Holz klein. Zehn Kilometer hat er vor sich, bis zum 28. Februar muss er den Weg bis Korbach-Süd geschafft haben. „Wir lassen das Gehölz als Kleinbiotop für Haselmäuse erst mal liegen“, erklärt Schutz, „im März wird das Holz dann abtransportiert.“

Unterdessen laufen bei der Kurhessenbahn in Kassel die Vorbereitungen für die nächsten Bauabschnitte. „Ab Mai sind die Bahnübergänge in Frankenberg an der Reihe“, erklärt Hans-Martin König auf Nachfrage von WLZ-FZ. In der Röddenauer Straße, der Jahnstraße und der Wilhelmstraße rollen dann die Bagger. „Wir haben die Pläne bereits mit der Stadt abgestimmt, um uns nicht mit den Bauarbeiten am ‚Frankenberger Tor‘ in die Quere zu kommen“, sagt König. Denn für die Arbeiten an den Bahnübergängen muss auch die Röddenauer Straße gesperrt werden.

Tunnelsanierung ab Juni

Ab Juni stehen dann alle anderen Gewerke im Kalender: Die Schienen werden ausgewechselt, der Schotter erneuert. Bahnübergänge zwischen Frankenberg und Herzhausen vorbereitet auf den Bahnverkehr. „Im Sommer sind auch die Arbeiten an den beiden Tunneln vorgesehen und die Erneuerung des Bahnübergangs an der Bundesstraße zwischen Thal­itter und Herzhausen“, erklärt König. Parallel laufen die Bauarbeiten für die Bahnsteige. „Im Moment gehen wir davon aus, dass von Süden nach Norden gebaut wird“, sagt König. Das könne sich aber noch ändern. Vor dem Winter soll der größte Teil der Arbeiten dann geschafft sein. Die Kommunen realisieren im Laufe des Jahres die geplanten Park-and-ride-Plätze.

„Für den Frühling bleibt dann der Gleisumbau an der Strecke zwischen Dorfitter und Korbach“, erklärt König. Weil das Ittertal eng und der Platz für Baugerät und Material dort knapp ist, können Tunnelarbeiten und Gleisarbeiten nicht gleichzeitig vorgenommen werden. Im Sommer 2015 sollen dann die ersten Züge rollen.

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