Korbacher Gymnasiasten auf Ski-Freizeit – Eltern besorgt

Lawine in Ramsau: Schüler der Korbacher Alten Landesschule nicht in Gefahr

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Eine Lawine hat in der Nacht auf Dienstag ein Hotel in Ramsau getroffen: Die 60 Gäste und Angestellten konnten nach Angaben der Polizei vom Dienstagmorgen das Gebäude unverletzt verlassen.

Korbach – Eltern sind besorgt: Rund 120 Schüler der Alten Landesschule befinden sich seit Montag auf einer Ski-Freizeit in Ramsau am Dachstein (Österreich). Eine Lawine hatte dort in der Nacht auf Dienstag ein Hotel getroffen.

Anders als zunächst in Medien berichtet, war das Hotel zuvor nicht evakuiert worden. Die Schneemassen waren zum Teil bis in die Ortschaft Ramsau vorgedrungen, wie die in der Steiermark erscheinende „Kleine Zeitung“ berichtet. Das Ortsgebiet von Ramsau war zeitweise gesperrt und nicht erreichbar.

Die Unterkünfte der Korbacher Schüler seien nicht gefährdet gewesen, versichert Schulleiter Robert Gassner auf Nachfrage der WLZ. Es sei lediglich zu einem Stromausfall in der ersten Nacht gekommen. Bereits wenige Tage vor der Freizeit hatte laut Gassner eine sechsköpfige Delegation der Alten Landesschule angesichts starker Schneefälle die Lage in Ramsau erkundet und grünes Licht gegeben.

Die Situation habe sich inzwischen wieder entspannt und die Wetteraussichten für die nächsten Tage seien sehr gut. Nach ausführlicher Diskussion habe sich deshalb die Mehrheit der Betreuer für eine Fortführung der Ramsau-Fahrt ausgesprochen. Das Sport-Programm auf gesicherten Pisten und Loipen habe mittlerweile begonnen, so Gassner.

„Befahren werden immer nur absolut sichere Hänge an Rittis und Kulm. Sie sind – anders als die Lifte zum Dachsteinmassiv hin – zu keiner Zeit lawinengefährdet gewesen“, erläutert der Schulleiter. Langlaufloipen seien zur Zeit nur auf der dachsteinfernen Seite der Hauptdurchgangsstraße gespurt. Die Langläufer hätten deshalb gestern im WM-Stadion unterhalb des Kulms geübt.

Robert Gassner ist Schulleiter der Alten Landesschule in Korbach

Nach dem Lawinenabgang hätten die örtlichen Behörden als Vorsichtsmaßnahme einige Höfe evakuiert. Gassner: „Die Unterkünfte der Korbacher gehören nicht dazu.“

Wie die „Kleine Zeitung“ berichtet, hatte allerdings auch der Lawinenabgang von Dienstag die Experten überrascht: Dass das Hotel tatsächlich von einer Lawine getroffen werden könnte, hätten die Sachverständigen der Lawinenkommission bis zuletzt nicht geglaubt. „Jetzt müssen die Gefahrenpläne nachjustiert werden“, zitiert die Zeitung den für den Lawinenverbau zuständigen Landesrat Hans Seitinger.

Derzeit ist die Lawinengefahr offenbar gebannt: Seit Dienstagmittag schneit es nicht mehr, sodass es für die Hubschrauber möglich war, aufzusteigen, um etwaige Schneebretter am Dachsteinmassiv zu orten und gegebenenfalls kontrolliert abzusprengen. Allein rund 30 Versorgungs-, Erkundungs- und Lawinensprengflüge waren gestern laut der „Kleinen Zeitung“ geplant. Der aktuelle Lawinenwetterbericht geht von einer raschen Entspannung der Situation aus.

„Wir haben großes Verständnis für die Sorgen der Eltern und werden sie deshalb – in ständiger Rücksprache mit den lokalen Behörden – auf dem Laufenden halten“, sagte Gassner. Unter anderem sind die Informationen auf der Internet-Seite der Schule zu finden.

Ramsau liegt in der Steiermark in Österreich:

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