Regionalmanager Wecker zieht Bilanz für abgelaufene Förderperiode und benennt Änderungen

Mit „Leader“-Geldern die Region stärken

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Das Wander-Informationssystem abseits des Diemelsteiges war ein „Leader“-Projekt. 2013 stellten es Walter Rinklin vom Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung des Kreises, Jürgen Küthe von der Gemeinde Diemelsee, Maike Breuker von der Tourist-Info, Marc Müllenhoff von der „Lea-der“-Kommission sowie Bernd Wecker und Josephine Lenk vom Regionalmanagement vor.

Diemelsee-Adorf - Heute ist der Auftaktabend für die neue „Leader“-Förderperiode. Auf die vorigen sechs Jahre blickt Bernd Wecker.

Neue Schilder für den Uplandsteig, ein Aussichtspavillon für den Willinger Wildpark eine „Wasserer-lebnisstation“ am Diemelsteig, die Einrichtung der „Grenzland-Kelterei“ in Nieder-Schleidern, die Investitionen in den Heringhäuser Jugendzeltplatz, Zuschüsse für Existenzgründer und Junghandwerker, Beihilfen für den Umbau einer Scheune in Ferienwohnungen - das ist nur ein kurzer Ausschnitt aus den 53 Projekten, die in den vergangenen Jahren mit Geldern aus dem „Leader“-Programm der Europäischen Union gefördert worden sind.

Im Parlament erinnerte Bernd Wecker vom Lichtenfelser Büro „Bioline“ am Freitag an die Erfolge und rief auf, sich Gedanken um Projekte und Konzepte für die neue Förderperiode bis 2020 zu machen. Da sei die Mitarbeit aller Einwohner erwünscht. Mit „Leader“ will Brüssel ländliche Regionen entwickeln.„Bioline“ hatte 2007 das Regio- nalmanagement für die Region „Naturpark Diemelsee“ übernommen, in der bis Ende 2013 Diemelsee, Willingen und Korbach zusammengeschlossen waren. Sie sei eine der kleinsten Regionen Hessens gewesen - aber auch eine der erfolgreichsten: Zu Beginn der Förderperiode seien 1,2 Millionen Euro bewilligt worden, geflossen seien zum Schluss 1,7 Millionen, berichtete Wecker. Damit seien Investitionen von 7,1 Millionen Euro angestoßen worden.

Gefördert worden seien insgesamt 53 Projekte, die thematisch „breit gestreut“ gewesen seien, erklärte Wecker. 14 Projekte entfallen auf die „Leader“-Region, 15 auf die drei beteiligten Kommunen, weitere 24 sind privat. Weitere 13 Projekte seien ohne Förderung oder mit Zuschüssen aus anderen Programmen umgesetzt worden.

Profil der Region stärken

Vor dem Hintergrund des Bevölkerungswandels sollte die Region mit ihren besonderen Profilen gestärkt werden, Förderschwerpunkte waren dabei der „Ausbau der wirtschaftlichen Kompetenz“ gerade in kleinen Unternehmen, die Stärkung des Tourismus, die Verbesserung der Versorgung und Kommunikationseinrichtungen und die regionale Energieversorgung. Neben der EU zahlt das Land Gelder für diese Art der Regionalförderung. Es hat für die neue Periode die Vorgaben geändert. So muss eine Region künftig mindestens 50 000 Einwohner haben. Deshalb sollen sich die drei Kommunen des „Naturparks Diemelsee“ mit den vier nordwaldeckischen Kommunen Volkmarsen, Diemelstadt, Bad Arolsen und Twistetal zur Re- gion „Diemelsee-Nordwaldeck“ zusammenschließen. Mit rund 60 000 Einwohnern sei sie immer noch mit die kleinste in Hessen, sagte Wecker. Deshalb gelte es, „frohen Mutes nach vorn zu blicken: Das kriegen wir einigermaßen hin.“

Das Land wollte die Zahl der Regionen ursprünglich von 30 auf 20 senken, derzeit sind 25 in Planung. Da Brüssel und Wiesbaden insgesamt 50 Millionen Euro bereitstellen, bekäme jede im Durchschnitt zwei Millionen Euro zugeteilt.

Der Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung der Kreisverwaltung bearbeitet die Anträge, die Gelder werden über die Wiesbadener Wirtschafts- und Infrastruktur-Bank ausgezahlt.

Das neue „Regionale Entwicklungskonzept“ werde ein anderes Büro schreiben, erklärte Wecker. Es werde wichtiger als bisher, denn an ihm orientiere sich die Bewertung der Fördermöglichkeit von Projekten, die künftig stärker an das „regionale“ Profil gebunden ist.

Auch eine neue Organisationsstruktur sei erforderlich, sagte Wecker. „Wir wollen versuchen, den bisherigen Trägerverein beizubehalten.“

„Ranking“ der Projekte

Weitere Neuerung sei, dass es auch ein „Ranking“ der Projekte gebe: Die Qualität der Konzepte gewinne damit an Bedeutung. Außerdem würden erst Investitionen ab 7500 Euro gefördert - bisher waren es 3000 Euro.

Bürgermeister Volker Becker rief alle Einwohner, die Wirtschaft, Vereine und die Kirchen zur Teilnahme am Auf-taktabend auf, ihre Ideen seien wichtig, um ein „gutes Konzept zu stricken“. Es solle nicht „von oben“ aufgestülpt werden. Deshalb müssten die Leute zur Mitarbeit motiviert werden.

Der Abend für alle sieben „Leader“-Kommunen beginnt heute um 18 Uhr in der Adorfer Dansenberghalle.

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