Ederbringhausen feiert 775 -jähriges Bestehen

Leben im Grenzgebiet

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Vöhl-Ederbringhausen - Viele Wochen lang ist Volker König in Ederbringhausen unterwegs gewesen, um alte Fotos zu finden: Das Ergebnis ermöglicht eine Reise in die Vergangenheit – zu der alle Interessierten ab dem 18. Juni eingeladen sind.

Die Staatsgrenze verlief gleich vor ihrer Haustür. Wollten die Eder-
 bringhäuser ihre Nachbarn in Orke besuchen, mussten sie an der Zollstation vorbei. „Es war ein Leben im Grenzgebiet“, sagt Eckhard Mehrhoff, Ortsvorsteher in Ederbringhausen. Denn 1541 waren Ederbringhausen und Itter abgetrennt worden von der bisherigen Herrschaft Itter. Die Orker gehörten zu Hessen-Darmstadt, die Ederbringhäuser zu Hessen-Kassel. Schon immer sei es ein Leben an Grenzen gewesen, erinnert der Ortsvorsteher. Franken und Sachsen teilten sich die heutige Großgemeinde Vöhl. „Und dann war unser Ort auch immer geprägt von Eder, Orke und Langenberg“, sagt Eckhard Mehrhoff. Die natürlichen Grenzen hätten eine Ausbreitung gar nicht möglich gemacht. Bereits im 8. Jahrhundert hatte Brunicho genau diesen Platz erkoren, um Bringhausen zu gründen – er selbst war Namensgeber des Ortes. Aus Bringhausen an der Eder wurde schließlich zur besseren Abgrenzung Ederbringhausen und in einer Urkunde von 1240 findet es sich ein erstes Mal erwähnt – die offizielle Geburtsstunde des Ortes. 775 Jahre später feiern die Ederbringhäuser ihr großes Jubiläum. Es ist laut Landkarten der größte Vöhler Ortsteil. „Und weil genau genommen die Orker Kirche zur Hälfte auf dem Gebiet Eder-
bringhausens stand, gab es in früheren Zeiten häufig Querelen“, erzählt der Ortsvorsteher. Jeder wusste, auf welcher Seite des Gotteshauses er Platz nehmen musste. „Und auch die Schiene prägte den Ort“, ergänzt Mehrhoff.Heute leben rund 300 Einwohner in Ederbringhausen – gemeinsam laden sie vom 18. bis 22. Juni zum Feiern ein. Zum Auftakt des Festes wird am Donnerstag um 18 Uhr die Fotoausstellung mit Motiven aus mehr als 100 Jahren Ederbringhausen in der Kirche eröffnet.

Hintergrund: Festprogramm in Ederbringhausen

Donnerstag, 18. Juni: Um 18 Uhr wird eine Fotoausstellung in der Kirche eröffnet. Freitag, 19. Juni: Um 18 Uhr beginnt der Gottesdienst im Festzelt, um 18.30 Uhr eine Gedenkfeier, um 19.30 Uhr findet die offizielle Festeröffnung statt. Ab 21.30 Uhr gibt es Livemusik mit „D-Cat“. Samstag, 20. Juni: Um 14 Uhr beginnt das Kinderfest, anschließend findet ein Sponsorenlauf durch Ederbringhausen statt. Ab 15 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen, um 15.30 Uhr werden Aufführungen auf dem Festplatz gezeigt, um 17 Uhr stellt sich der Festzug auf. Nach dem Festzug gibt es Livemusik mit „Wild Birds“, um 22.30 Uhr beginnen die Wasserspiele. Danach wird das große Höhenfeuerwerk gezündet. Sonntag, 21. Juni: Um 11.30 Uhr beginnt das Kreissängerfest, um 13.30 Uhr der Festzug der Gastvereine. Um 15 Uhr startet der Festakt, anschließend gibt es Tanz mit den „Wild Birds“Montag, 22. Juni: Um 10.30 Uhr wird zum Ausklang des Festwochenende eingeladen. Dann steht ein Frühschoppen mit DJ Foxi auf dem Programm.

Von Theresa Demski

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