THW trainiert Höhenrettung an Diemelsee-Sperrmauer · Probelauf für Jubiläum im September

Leben retten für Fortgeschrittene

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Gemütlich liegen geht anders: In rund 20 Metern Höhe retten Mitglieder des THW an der Diemelsee-Sperrmauer einen verunglückten Arbeiter. Die Höhenrettung des Ortsverbandes Korbach probte am Wochenende den Ernstfall.

Korbach/Diemelsee - Leben retten in schwindelerregender Höhe: Das gibt es nicht nur in den Alpen, sondern auch im Landkreis. Einen Notfalleinsatz probte am Samstag die Höhenrettung des THW am Diemelsee.

Bei Inspektionsarbeiten an der Sperrmauer des Diemelsees stürzt ein Arbeiter ab, er ist verletzt und hängt in rund 20 Metern Höhe fest. „Klassische Rettungsmethoden, wie zum Beispiel die der Feuerwehr, würden in diesem Fall nichts bringen“, weiß Hans-Joachim Kegel, Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerks (THW) in Korbach.

Für solche Situationen gibt es Höhenrettungsteams, wie bei den Bergwachten in Willingen und Bad Wildungen, aber eben auch beim THW. Der Ortsverband Korbach probte am Samstag für den Ernstfall.

37 Meter hoch ist die Sperrmauer des Diemelsees, die Rettung eines Verletzten ein schwieriges Unterfangen. Noch dazu regnet es während der Übung und der Wind peitscht die Mauer entlang. Mit einem Dreibock spannen die Frauen und Männer zunächst einen Seilzug, der am Fuße der Mauer an einem Baum befestigt wird. So kann ein erster Retter herabgelassen werden und den Verletzten provisorisch behandeln und versorgen. Danach folgt ein weiteres THW-Mitglied mit einer Rettungstrage, in die der Patient von den Helfern hinein gelegt wird - und das alles ohne Boden unter den Füßen, befestigt an ein paar Seilen. Nachdem der Halt der Trage abgesichert ist, wird der Seilzug straff gezogen, sodass Retter und Geretteter langsam hinab ins Tal gleiten können.

Nach rund einer Stunde ist der Verletzte in Sicherheit. Es war der erste Test der THW-Höhenrettung an der Sperrmauer am Diemelsee. „Normalerweise würden wir Dübel für den Seilzug in der Mauer befestigen“, erklärt der Ortsbeauftragte des THW Korbach, Hans-Joachim Kegel.

Um die Mauer aber nicht zu beschädigen, wurde mit dem ausgeliehenen Dreibock geübt.Denn die Aktion bleibt nicht einmalig. Im September findet an der Sperrmauer das Fest zum Beginn der Bauarbeiten vor 100 Jahren statt. Dann werden die Mitglieder des THW die spektakuläre Rettungsaktion einem größeren Publikum präsentieren. Die Übung lief daher in enger Abstimmung mit der Touristikgemeinde Diemelsee.

So wurde der gesamte Ablauf auch von einem Kamera-Team des Hessischen Rundfunks begleitet. Am Donnerstag, 9. August, wird der Beitrag im Rahmen der Sommertour der „Hessenschau“ ausgestrahlt.

(von Tobias Treude)

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