Papierskulpturen von Annemarie Gottfried ab 3. Juli im Museum

Lebendiges Papier

Papierskulpturen von Annemarie Gottfried werden ab Donnerstag im Museum gezeigt – Tochter Katharina Zürcher und Museumsleiter Wilhelm Völcker-Janssen stellen die Werke vor. Foto: Demski

Korbach - Papierskulpturen der Biedenköpfer Künstlerin Annemarie Gottfried zeigt das Korbacher Bonhage-Museum ab Donnerstag - pünktlich zum Start der Kunstwoche.

Es ist, als würde die Cellistin gleich anfangen, zu musizieren, als würden die feinen Herren in Zwirn und Faden zu flanieren beginnen und die zerstrittenen Nachbarn den Streit neu anfachen. Die Papier-skulpturen von Annemarie Gottfried erzählen Geschichten, wirken lebendig und wollen mahnen. Zur Eröffnung der Korbacher Kunstwoche am Donnerstagnachmittag feiert im Korbacher Museum auch eine kleine, aber feine Ausstellung ihre Vernissage: Rund 40 Papierskulpturen von Annemarie Gottfried aus Biedenkopf werden bis zum 7. September im Bonhage-Museum gezeigt - auf Anregung des ehemaligen Korbacher Schulleiters Hans-Henning Segler.

Katharina Zürcher, die Tochter der Künstlerin, brachte die wertvollen Skulpturen am Montag in die Kreisstadt. „Bei einem Besuch in einer Druckerei fielen meiner Mutter vor fast 30 Jahren Papierreste ins Auge“, erzählt sie. „Sie nahm sie und begann zu falten und formen.“ So entstand die erste Figur. Inzwischen ist Annemarie Gottfried 90 Jahre alt, aber noch immer Künstlerin mit Herz und Seele. Ihre Skulpturen aus verschiedenen Materialien stehen in Museen, Fabriken und Ateliers der ganzen Welt. Zuhause ist Annemarie Gottfried auf dem Schartenhof im Biedenköpfer Ortsteil Eckels-hausen.

Dort entstehen bis heute Papierskulpturen. „Es gibt keinen Plan dafür und keine mathematischen Berechnungen“, erklärt Katharina Zürcher. „Sie entstehen durch Musik, Begegnungen, Literatur und Gespräche.“ Papier, Schere und Kleber: Mehr braucht die Skulpturenkünstlerin nicht, damit jede Figur auch ihre eigene Geschichte erzählt: die beiden Cellisten, ein Clown, der einer Maus in seinem großen Schuh Zuflucht bietet, feine Damen und Herren der Gesellschaft, Tiere und Clowns, Gestalten verschiedener Kulturen und Tänzer. Entstanden sind die Figuren in den vergangenen 30 Jahren.

Die Ausstellung wird ergänzt durch Fotografien und Poster, die ebenfalls Papierskulpturen zeigen. Für die Öffentlichkeit sind die Werke von Annemarie Gottfried ab Donnerstag zu sehen.

Von Theresa Demski

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