Schüler der Alten Landesschule erklären, was sie von Korbach erwarten

Lebenswert ja - aber auch in Zukunft?

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Was hat Korbach aktuell zu bieten und an welchen Stellen sollten die Politiker für die Zukunft anpacken? Die Klasse 10f der Alten Landesschule machte sich Gedanken dazu.

Korbach - Das Freizeitangebot in Korbach für Jugendliche ist gut. Doch die beruflichen Perspektiven stimmen so manchen eher negativ. Die Schüler der 10f der Alten Landesschule wagen einen Blick in die Zukunft Korbachs.

Im Fach Politikwissenschaft behandeln die Jugendlichen gerade das Thema demografischer Wandel. Sie lernen, dass Deutschlands Bevölkerung immer älter wird. Das bekommt auch Korbach zu spüren. Für die WLZ-Zeitreise durch das Waldecker Land haben sich 26 Schüler aus der Klasse 10f der Alten Landesschule Gedanken über das heutige Korbach und die mögliche Zukunft der Kreisstadt gemacht.

Über das Hier und Jetzt sind viele der zukünftigen Abiturienten glücklich - zumindest was das Freizeitangebot betrifft: „In Korbach können wir damit ganz zufrieden sein, es dürfte aber auch nicht weniger sein“, findet zum Beispiel Dominik. Vor allem die Fülle an Vereinen biete eigentlich für jeden was, so die einhellige Meinung in der Klasse.

Das sehe in den Ortschaften der Stadt aber anders aus, deshalb ist den Jugendlichen die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Korbach extrem wichtig, wobei der Bus eine untergeordnete Rolle spielt. „Ohne die AST-Taxen würden wir so gut wie gar nicht aus den Orten herauskommen“, sagt Isabelle. Die Sammeltaxen kommen nach vorherigem Anruf und fahren die Strecken der Linienbusse ab, „das klappt auch gut“, ist Marius von dem Angebot überzeugt. Doch auch hier gilt: Weniger sollte es nicht sein.

Berufliche Angebote fehlen

Freizeitangebot und Verkehrsanbindung sind aber nicht alles. Vor allem wenn es um ihre Zukunft geht, sind sich die Jugendlichen nicht sicher, ob sie diese in Korbach verbringen werden. „Zum Leben ist Korbach eine schöne Stadt, aber beruflich wird zum Beispiel in Kassel mehr geboten“, erklärt Svenja.

Dem stimmen viele zu. Korbach sei eine lebenswerte Stadt, doch am Ende müsse abgewägt werden: Entweder, man nimmt den langen Weg zur Arbeit in eine andere Stadt jeden Tag auf sich, oder man bleibt in Korbach, dann eventuell aber nicht im Wunschberuf. Die Vielzahl der Stellen seien im Industriebereich zu finden, Angebote für Fachkräfte mit Hochschulabschluss gebe es zu wenig. „Dann wird man sich nach dem Studium die Frage stellen, ob man wieder nach Korbach zurückkommen sollte“, nennt Dominik mögliche Konsequenzen.

Für Bildung und Familie

Von der Natur und der nahen Umgebung her ist Korbach für die Schüler sehr reizvoll. „Doch es gibt zu wenig Entfaltungsmöglichkeiten, auch wenn man später eine Familie hat“, so Alina. Dass Probleme bei Punkten wie der beruflichen Perspektive und dem Familienleben nicht ohne Weiteres zu beheben sind, wissen auch die Schüler. Aber es gibt Vorschläge, was Korbach für die Zukunft tun könnte. So sollten nach Meinung von Dominik kleine, moderne Unternehmen stärker subventioniert werden. Eine Fachhochschule würde Korbach als Bildungsstandort interessanter machen. Und um junge Familien nach Korbach zu holen oder auch in der Kreisstadt zu halten, fordern die Schüler ausreichend Plätze in Kindertagesstätten. Auch gegen das Image der hohen Kriminalitätsrate, das der Stadt anhafte, sollte mehr getan werden.

Gleichzeitig machen die Schüler aber auch deutlich, dass das alles sicherlich sehr kostenintensiv wäre. Der Standortnachteil gegenüber Großstädten sei nicht einfach so auszugleichen. „Man muss nunmal was auf sich nehmen, wenn man in einer ländlicheren Region lebt“, so der Konsens.

„Eine gemütliche Stadt“

Dazu sind manche der ALS-Schüler bereit. „Korbach ist eine gemütliche Kleinstadt, man kennt sich einfach. Das ist schön“, findet zum Beispiel Marek. Die Stadt sollte im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles für eine bessere Zukunft geben, dann kann sich auch so mancher seine Zukunft in Korbach vorstellen - so das Fazit der Schüler.

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