Korbach

Leerstand und Leerlauf am Korbacher Güterbahnhof

- Korbach (tk). Das 8000 Quadratmeter große Areal am Güterbahnhof steht mittlerweile komplett leer. Eine Lösung, um das städtebaulich wertvolle Quartier mit Leben zu füllen, ist vorerst nicht in Sicht.

Die Geschäftshäuser am Güterbahnhof stehen inzwischen komplett leer. Vor Kurzem musste auch der Wohnmobilhandel die Verkaufs- und Ausstellungsfläche an der Ecke zur Flechtdorfer Straße räumen. Auch für die Diskothek werden schon seit Längerem neue Mieter gesucht. Zuletzt wurden im November 2008 verfallene Gebäude an der anderen Seite des Gebäudekomplexes im Auftrag des Grundstückseigentümers Axel Hoppe-Schumacher (Hamburg) abgerissen. Die Stadt hatte die Fläche für einen Übergangszeitraum gemietet, ließ sie planieren und als Parkplatz ausweisen. Auch der jüngste „Auszug“ hatte einen für die Stadt nicht unerwünschten Nebeneffekt. Zu einem „fairen Preis“ konnte eine Teilfläche von rund 150 Quadratmetern erworben werden, die den Bau des nächsten Kreisverkehrs erleichtere, erläuterte Bürgermeister Klaus Friedrich. Ohne dieses Stück hätte das Rondell einige Meter weiter nördlich der Kreuzung Am Hauptbahnhof, Flechtdorfer Straße, Ermighäuser Weg gebaut werden müssen. Dort würde jedoch der Verlauf des Muffiansgrabens das Bauwerk einengen. Der Kreisel als Bestandteil des ampelfreien Innenstadtrings sollte bis spätestens 2011/2012 fertiggestellt sein. Ansonsten falle das Bauprojekt aus dem entsprechenden Förderprogramm, sagte Friedrich. Diese Frist böte jedoch „genug Zeit für eine vernünftige Stadtentwicklung“. Es werde laut Friedrich „schon an Lösungen gebastelt“, um in absehbarer Zeit das Quartier mit Leben zu füllen. Ideal wäre ein Konzept, das Wohnungen, Geschäfte und Naherholungsangebote verbindet. Das insgesamt rund 8000 Quadratmeter umfassende Areal will Hoppe-Schumacher gern für großflächigen Einzelhandel vermarkten. Entsprechende Pläne wurden zuletzt Anfang letzten Jahres wieder in der Schublade versenkt. Damals kam eine Studie der „Markt und Standort“-Beratungsgesellschaft (Erlangen), die bereits Gutachten zur Gewerbeansiedlung an der Briloner Landstraße und zum Leerstandsmanagement anfertigte, zu dem Schluss: „Ohne die Einbeziehung möglichst vieler Anlieger zur Bahnhofstraße ist eine großflächige Einzelhandelsnutzung auf dem Gelände südlich des Hauptbahnhofes weder tragfähig noch verträglich für die Innenstadt.“ Seitdem wird nach einem Konzept gesucht, das den Einzelhändlern in der Einkaufsmeile nicht schadet, städtebaulich neue Akzente setzt und nicht zuletzt dem Interesse der Konsumenten nach Erlebniseinkauf entgegenkommt. In Abstimmung mit dem Eigentümer werde sich die Stadt weiter um Entwicklungsmöglichkeiten bemühen, die im Einklang mit den Richtlinien zum Schutz des Innenstadt-Einzelhandels stehen, erklärte Friedrich. „Es gibt einige Konzepte, aber zurzeit nichts Konkretes“, sagte Hoppe-Schumacher auf WLZ-Anfrage. Er suche zusammen mit der Stadt weiter nach einem geeigneten Investor. Die durch das Gutachten manifestierte Ablehnung großflächigen Einzelhandels an diesem Standort habe dieses Vorhaben allerdings erschwert.

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