Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsbaugenossenschaft zieht positive Bilanz

Leerstand ist noch kein Thema

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In Willingen erneuert die „Gemeinnützige“ Fassaden, Fenster und Dächer. Rund Dreiviertel der Mieteinnahmen investiert die GWS wieder in die Wohnungen.Foto: Ulrike Schiefner

Korbach - Die „Gemeinnützige“ hat kaum noch freie Wohnungen: Die Leerstandsquote der Korbacher Baugenossenschaft liegt unter einem Prozent.

„Wir sind froh, Vollvermietung zu haben“, sagte ?Vorstandsvorsitzender Ulrich Schultze am Dienstag beim ?Bilanz-Pressegespräch der Korbacher Gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlungsbaugenossenschaft (GWS). Der ?Bedarf an Mietwohnungen sei in Korbach nach wie vor groß, die GWS führe sogar eine Warteliste mit 30 bis 40 Bewerbern. Die Baugenossenschaft vermietet aktuell 832 Wohnungen in Korbach und 25 in Willingen. Das Geschäftsjahr schließt die GWS denn auch positiv ab: Sie erwirtschaftete 2011 einen ?Reinerlös von 115?000 Euro (2010: 98?400 Euro).

Die Bilanzsumme liegt bei 15,6 Millionen Euro. Fast Dreiviertel der Kaltmiete-Einnahmen, nämlich 1,7 Millionen Euro, hat die GWS im vergangenen Jahr in die Modernisierung und Instandhaltung der Wohnungen investiert. „Dieser hohe Anteil ist nur durch eine hohe Eigenkapitalquote möglich“, erklärte Schultze. Die GWS ist kaum auf fremdes Geld angewiesen, das Eigenkapital macht rund 78 Prozent des Gesamtkapitals der Genossenschaft aus.

Das Ziel der gemeinnützigen Baugenossenschaft ist ?außerdem weniger die gute Rendite, sondern ihre derzeit 1037 Mitglieder mit preisgünstigem Wohnraum zu versorgen. Weil sie keine fremden Aktionärs- oder Gesellschafterinteressen bedienen muss, kann sie vergleichsweise viel in ihre Häuser investieren. Der durchschnittliche Mietpreis ist trotz Investitionen im siebenstelligen Bereich nur leicht um 8 Cent auf 3,68 Euro pro Quadratmeter angestiegen.

„Unser Mietpreis liegt mindestens 70 Cent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete in Korbach“, sagte Schultze. Auch für das laufende Jahr sind größere Modernisierungen geplant. Bereits begonnen wurden die Fassadenisolierung, der Fensteraustausch und die Dachsanierung der Immobilie „In der Kerbe 6“ in Willingen und die Erneuerung der Nahwärmeleitungen in der Gelsenkirchener Straße und „Am Buchenbaum“ in Korbach. Die Gebäude dort werden von einer zentralen Heizungsanlage versorgt. Die Bilanz, die Berichte des Vorstands und des Aufsichtsrates und der Prüfungsbericht 2010 stehen bei der Mitgliederversammlung heute um 19 Uhr in der Korbacher Stadthalle auf der Tagesordnung. Außerdem werden Mitglieder des Aufsichtsrates gewählt. Mehr im Internet: www.gws-korbach.de.

Hintergrund

Vermieter müssen seit 1. November 2011 jährlich das Trinkwasser auf gesundheitsschädliche Legionellen untersuchen lassen. Betroffen sind Anlagen mit einem Großboiler, der mehr als 400 Liter fasst, oder in denen sich mehr als drei Liter zwischen Boiler und Entnahmestelle in den Rohren befinden. Unter die Auflagen der neuen Trinkwasserverordnung fällt damit auch die Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsbaugenossenschaft (GWS) in Korbach mit mehr als 850 Wohnungen. Nach derzeitigem Stand müsse die GWS rund 400 Probeentnahmestellen in den Trinkwasseranlagen ?ihrer Häuser installieren lassen, sagte Vorstandsvorsitzender Ulrich Schultze, ?der dafür mit Kosten von rund 30?000 Euro rechnet. Die Kosten für die jährlichen Probeentnahmen selbst beziffert Schultze auf rund 33?000 Euro. Während ?die Umbauarbeiten als ?Instandhaltung gelten, wird die Wasseranalyse unter Betriebskosten gebucht – die auf die Mieter umgelegt werden. Eine Änderung der novellierten Trinkwasserverordnung ist allerdings schon in der Diskussion, wonach die Untersuchung in dreijährigem statt einjährigem ?Abstand erfolgen soll.(lb)

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