Zweites Korbacher Erlebniskino mit drei Filmen

Lehrbauhof wird zum Lichtspielhaus

+
Straßenfeger wie die „Minions“ (l.) und „Mission: Impossible“ (r.) auf der Leinwand, Popcorn in den Händen: Das Erlebnis Kino ist für einen Tag nach Korbach zurückgekehrt.Fotos: Wilhelm Figge

Korbach - Nach der Premiere in der Nikolaikirche fand das zweite Erlebniskino in Korbach vor ganz anderer Kulisse statt: Zum Tag des Handwerks diente der Lehrbauhof als Lichtspielhaus.

Meist besteht der Boden aus Sand. Immer wieder verlegen junge Handwerker darauf Pflastersteine und entfernen sie wieder - eine Übung im Korbacher Lehrbauhof der Kreishandwerkerschaft. Samstag kam zu Sand und Pflastersteinen stellenweise noch eine dritte Schicht hinzu: Verschüttetes Popcorn bleibt bei den wenigsten Kinovorstellungen aus.

Das zweite Korbacher Erlebniskino hat 150 bis 200 Besucher ins ungewohnte Ambiente gelockt. Filmplakate verhüllten die Wände, Bauausrüstung wurde zur Seite geräumt, Verdunkelungen von Baustoff Weber bedeckten die großen Tore der zum Vorführraum umfunktionierten Halle.

Das Herz der Kinoerfahrung sind die Filme: In der ersten Vorstellung rissen die kleinen gelben „Minions“ ihre Possen. Die Suche der Lakaien nach einem Gebieter lässt das junge Publikum von der ersten Minute an lachen. Nachdem die Komödie „Kartoffelsalat“ am Nachmittag etwas schlechter besucht war, kamen abends viele Korbacher zu „Mission: Impossible - Rogue Nation“. Es dauerte nicht lange, bis das Publikum in Intrigen und Action auf der Leinwand abtauchte.

Das Agentenleben war auch Thema einer Weltpremiere: Der unter WLZ-Ägide produzierte Trailer „James Bond - Two Steps are not enough“ lief vor jedem Film. Mädchen und Jungen zeigten darin wilde Verfolgungsjagden durch Korbach, heimtückische Schurken und jede Menge Bond-Charme. Passend zur Handlung rund um Gold verloste die Kasseler Bank zwei kleine Barren.

Die Gäste begrüßten das Erlebniskino: „Da das Angebot in Korbach sonst null ist, ist das eine feine Sache“, bezieht sich Burkhard Krüger auf die Schließung des Kinos. „Wenn es so etwas in Korbach schon einmal gibt, muss man auch hingehen“, findet Cornelia Thielemann. Ihr Mann Volker schmunzelt: Er hat noch Gutscheine des alten Kinos zuhause. Auch die jungen Gäste waren erfreut: Normalerweise müssten sie für Kinobesuche gleich in andere Städte fahren, sagte Alice - und das sei nur möglich, wenn die Zeit es erlaube, fügte Sitznachbarin Tina hinzu.

Der Willinger Kinobetreiber Friedrich Bähr zeigte sich zufrieden, dass das Besucherniveau der Premiere in der Nikolaikirche sich gehalten hat. Die Veranstaltung geht im Dezember in die dritte Runde und hat Zukunft: „Wir werden das Kino noch ganz neue Orte entdecken lassen“, versprach WLZ-FZ-Chefredakteur Jörg Kleine. Das Kinoprojekt tragen die Stadt Korbach, die Kreishandwerkerschaft und die Heimatzeitung. Sponsor dieser Ausgabe war die Kasseler Bank. Zum Popcorn spendierte die Upländer Bauernmolkerei Milch.

Von Wilhelm Figge

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare