Landwirtschaftsministerin besucht Bio-Hühnerfarm

Lelbach: Björn Müller-Braune nimmt an bundesweitem Tierwohl-Modellprogramm teil

Besucher im Schutzoverall: Umweltministerin Priska Hinz und Grünen-Landtagsabgeordneter Jürgen Frömmrich ließen sich beim Stallrundgang auf der Bio-Hühnerfarm von Björn Müller-Braune (2. von rechts) die tierwohl-gerechte Legehennenhaltung erläutern. Geflügel-Expertin Dr. Christiane Keppler (rechts) vom Tierschutz-Kompetenzzentrum betreut das Modellvorhaben. Foto: Kobbe

Korbach-Lelbach. Die Bio-Hühnerfarm von Björn Müller-Braune ist einer von zwei Legehennen-Betrieben in ganz Hessen, der an einem bundesweiten Tierwohl-Modellvorhaben teilnimmt.

„Eine Frage der Haltung“ so der Titel des Programms. Da Tierschutz auch einer der politischen Schwerpunkte von Hessens Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Priska Hinz ist, besuchte die Grünen-Politikerin am Donnerstag auf ihrer Sommertour den Betrieb am Lelbacher Ortsrand.

„Auf dem Mühlenbusch“ über dem Hof Erlheim betreibt Müller-Braune seit zwei Jahren eine ökologische Eierproduktion mit 12 000 Legehennen. Jeweils 3000 Tiere sind, in vier Gruppen aufgeteilt, in zwei Ställen untergebracht. Ein Unternehmen in Nordrhein-Westfalen verpackt und vermarktet die etwa 11 000 Eier, die täglich gelegt werden. Einen Teil davon vertreibt der Landwirt auch direkt ab Hof und demnächst über einen Automaten am Ortseingang.

Beim Stallrundgang mit der Ministerin erläuterte Müller-Braune, mit welchen Einrichtungen er ein möglichst hohes Maß an Tierwohl erreicht. Eine intensive Pflege und Überwachung des Tierzustands sei dabei das A und O, sagte Müller-Braune. So könnten Fehler frühzeitig erkannt und schnellstmöglich behoben werden. Der Betrieb ist nach den Bioland-Richtlinien zertifiziert. Dafür hatte er sich bewusst entschieden, um die Vermarktungs-Möglichkeiten zu verbessern. So verfügen die Hühner in diesem Stall über deutlich mehr Platz als in konventionell erzeugenden Betrieben. Außerdem haben sie direkten Zugang zum 70 000 Quadratmeter großen Außengehege. Im Modellbetrieb werden zum Beispiel Maissilage oder Getreidekörner so im Stall verteilt, dass die Hennen ausgiebig scharren und picken können. Damit wird die Haltung unkupierter Legehennen – das heißt von Hennen mit ungekürzten Schnäbeln – unterstützt. Im Innern gibt es mineralstoff- und kalkhaltige Picksteine und mit Heuballen oder Stroh in aufgehängten Netzen weiteres Beschäftigungsmaterial. Damit sollen Federpicken oder Kannibalismus vermieden werden.

Wer für Stallklima, Haltung und Fütterung in seinem Betrieb mehr Tierschutz betreibt, als dies „über die gesetzlichen Standards hinaus“ nötig wäre, profitiere von der wachsenden Nachfrage von Verbrauchern nach gesund und tierwohlgerecht erzeugten Lebensmitteln, stellte Ministerin Hinz fest. „Hessen hat besondere Kompetenz beim Thema Tierschutz. Ich freue mich sehr, dass die Betreuung für das bundesweite Projekt mit 80 Modellbetrieben beim hessischen Landesbetrieb angesiedelt ist“, so die Ministerin beim Besuch.

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