Angebot wird gut angenommen

Schwimmkurse für Dritt- und Viertklässler im Korbacher Freibad laufen

Die Freude am Baden erwecken: Die Kursleiterin Claudia Herrmann zeigt der neunjährigen Schülerin Sarah aus Adorf nützliche Übungen für die Bewegung im Wasser.
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Die Freude am Baden erwecken: Die Kursleiterin Claudia Herrmann zeigt der neunjährigen Schülerin Sarah aus Adorf nützliche Übungen für die Bewegung im Wasser.

Die Kinder, die in einem Intensivkurs schwimmen lernen wollen, wagen sich bei kühlen Temperaturen ins Becken. Sie zählen zu den Dritt- und Viertklässlern, für die der Landkreis kostenlose Kurse organisiert.

Korbach – Sie strampeln, hüpfen und laufen im Wasser, dass es nur so spritzt. Die Nachfrage ist groß, einige Kinder warten darauf, dass weitere Kurse angeboten werden. Nicht nur aus Korbach, sondern aus ganz Waldeck-Frankenberg kommen nun Kinder montags bis donnerstags zwei Wochen lang zum Schwimmen lernen ins Freibad in der Kreisstadt. Das Ziel ist, dass sie das Seepferdchen-Niveau erreichen, erklärt eine der Leiterinnen der Schwimmkurse Claudia Herrmann.

Der Landkreis hatte allen Eltern von Dritt- und Viertklässlern im Landkreis angeboten, dass die Kinder, die noch nicht schwimmen können, dies in den Sommerferien lernen könnten.

Wegen der Pandemie fiel in den vergangenen beiden Schuljahren oft der Schwimmunterricht aus.

Nun gehe es darum, Grundlagen zu schaffen, um Badeunfällen vorzubeugen. „Unfallprophylaxe steht hier an erster Stelle“, sagt Claudia Herrmann. Die Kinder lernen vor allem, wie sie sich selbst retten, wenn sie ins Wasser fallen. „Dafür müssen sie sich direkt auf den Rücken drehen und an Land schwimmen.“ Viele Kinder im Grundschulalter könnten das nicht.

Viele verlernen das Schwimmen wieder

Am einfachsten lernten Kinder dies im Vorschulalter mit etwa fünf Jahren. Doch einige machen nach der Erfahrung von Claudia Herrmann nach dem Seepferdchen nicht weiter und verlernen das Schwimmen schnell. „Gefährlich wird es dann, wenn Kinder denken, sie können noch schwimmen.“ Erst wenn das Niveau des Bronze-Abzeichens erreicht sei – was viel Übung erfordere – würden Kinder das Schwimmen meist richtig beherrschen und die Fähigkeiten beibehalten.

Bei den Kursen für die rund 60 angemeldeten Kinder geht es also in erster Linie um die Sicherheit. Erste Gleitübungen stehen auf dem Programm sowie die Koordination von Armen und Beinen. Das Ganze wird möglichst spielerisch und mit verschiedenen Schwimmhilfen beigebracht. Nach zwei Wochen sollen sie zumindest 25 Meter frei schwimmen können.

Für die Übungsleiter ist das ein straffes Programm. Viele Kinder sind am Anfang ängstlich, fast starr. Sie müssen erst mal vertraut werden mit dem Wasser und eine Atemtechnik entwickeln, erklärt Kerstin Mühlhausen vom Fachdienst Sport beim Landkreis. Wichtig ist, dass die Kinder in Bewegung bleiben, damit ihnen nicht zu kalt wird. Die Übungsleiter hoffen auf warmes Sommerwetter in den nächsten Tagen.

Da noch einige Kinder auf der Warteliste für einen kostenlosen Schwimmkurs stehen, soll das Angebot ausgeweitet werden. So sollen noch in diesen Ferien weitere Kurse in anderen Orten des Landkreises stattfinden. Dafür werden Gespräche mit den Badbetreibern geführt und Kursleiter gesucht. Die Kurse werden aus dem Etat der „Sportförderung“ und aus Mitteln des Sportkreises finanziert.

Darüber hinaus besteht die Idee, künftig auch Anfänger-Schwimmkurse für Erwachsene anzubieten. Denn wenn Eltern nicht schwimmen können, sei es wahrscheinlich, dass deren Kinder dies auch nicht lernen. Dem wolle man entgegenwirken, sagt Kerstin Mühlhausen. (Stefanie Rösner)

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