FDP-Fraktionschef aus Wiesbaden fordert neuen Kurs in der Energiepolitik

Liberale im Dialog mit Florian Rentsch

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Der Diemelseer FDP-Vorsitzende Fritz Rest (l.) hatte Florian Rentsch, Chef der Landtagsfraktion, zum rustikalen Diskussionsabend nach Adorf eingeladen.Foto: Kleine

Diemelsee-Adorf - Wenn die FDP aus dem Waldecker Land keinen Abgeordneten mehr im Landtag hat, dann kommt der Fraktionschef aus Wiesbaden eben hierher: Der FDP-Ortsverband Diemelsee lud am Dienstagabend in Adorf zum Dialog mit Florian Rentsch.

Nach dem Debakel bei der Bundestagswahl und der hessischen Landtagswahl im Herbst 2013 muss sich die FDP neu sortieren. Das gilt auch für den gebürtigen Nordhessen Florian Rentsch (40), der seine Aufgabe als hessischer Wirtschaftsminister 2014 mit dem Vorsitz einer Fünf-Prozent-Fraktion in Wiesbaden tauschen musste.

Nach dem deutlichen Zuwachs bei der Landtagswahl in Hamburg wittert die FDP aber wieder Morgenluft. Und Rentsch zeigt sich in der Wiesbadener Oppositionsrolle angriffslustig. Das gilt beispielsweise in Sachen „Energie“, die beim liberalen Gesprächsforum im Adorfer Gasthaus „Zur Linde“ im Blickpunkt stand. Rentsch ist Vorsitzender des FDP-Bundesfachausschusses für Wirtschaft und Energie. Der Großen Koalition in Berlin wirft Rentsch verfehlte Energiepolitik zu Lasten der Bürger vor. Statt milliardenschwerer Subventionen für Ökostrom sei ein neuer marktwirtschaftlicher Kurs gefordert, um Bürger und Unternehmen nicht über Gebühr zu strapazieren. Zudem sei die Stabilität der Stromnetze in Gefahr.

Auch am früheren Koalitionspartner in Wiesbaden übte Rentsch massive Kritik. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sonne sich in der Rolle als Landesvater, während sich die Union in Wahrheit im Bündnis mit den Grünen vorführen lasse. Wichtige Infrastrukturprojekte in Hessen würden vernachlässigt - ob Straßen oder elektronische Breitbandnetze.

Im Dialog mit rund 30 FDP-Vertretern aus Diemelsee, den ehemaligen Landtagsabgeordneten Heinrich Heidel, Otto Wilke und dem FDP-Kreisvorsitzenden Dieter Schütz wurde aber auch Selbstkritik bei den Liberalen deutlich.

Wiederholte Forderung in Adorf: Windkraftprojekte bremsen, besonders auf Waldflächen. Dies gelte vor allem für Tourismusregionen wie das Waldecker Land.

Von Jörg Kleine

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