Großteil wird abgesägt, um Naturdenkmal zu erhalten

Linde an der Korbacher Freilichtbühne wird gekürzt

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Beschneiden, um zu erhalten: Die Linde an der Freilichtbühne verliert den Großteil ihrer Äste.

Korbach. Die Linde an der Freilichtbühne wird ab Donnerstag gekürzt – unter anderem, um den als Naturdenkmal ausgezeichneten Baum zu erhalten.

Ein weiterer Grund ist die Verkehrsicherung, erklären Ralf Kubosch vom Fachdienst Natur- und Landschaftsschutz des Kreises und Bauhofleiter Friedhelm Schmidt. Ohne den Eingriff werde der Baum weiter absterben und später zerbrechen.

Die Linde baut sichtbar ab: Die von den Rängen aus gesehen linken Äste tragen vermehrt Zweige mit gelben oder ohne Blätter – Versuche, dies durch einen zurückhaltenderen Schnitt im vergangenen Jahr zu lindern, blieben erfolglos, erklärt Kubosch. Der Hauptstamm sterbe ab, da er wegen Schäden im Wurzelbereich nicht mehr genug Wasser bekomme. Beide Arme des Y-förmigen Stammes müssten entfernt werden, damit die Linde sich regenerieren kann.

Gesund ist derweil ein Ast, der sichelförmig zur rechten Seite aus dem Stamm herausragt. Er ist allerdings fünf bis sieben Tonnen schwer und dicker als manch ein Baum. „Er wirkt wie ein Segel“, erklärt Kubosch – und das müsse eingeholt werden: Der Baum würde zwar nie kippen, aber ein Teil könne abbrechen. Zur Verkehrssicherung gibt es auch außerhalb der üblichen Schneidesaison eine Erlaubnis.

Drei Meter des „Segels“ sollen übrig bleiben, dazu verbleibt der untere Kranz an Ästen und Blättern. Das ist nicht viel, aber: „Eine Linde ist in der Lage, sich zu regenerieren“, erklärt Ralf Kubosch. In wenigen Jahren werden Verbesserungen erkennbar sein, wohl in zehn Jahren gebe es wieder eine richtige Krone. Beispiele seien die am Mengeringhäuser Friedhof, die an der Meineringhäuser Kirche und die Korbacher Gerichtslinde.

Ab Donnerstag sägt eine Spezialfirma mit Kranwagen die betroffenen Teile ab, Mitarbeiter des Bauhofs entsorgen sie. Nach einer Pause am Wochenende sollen die Arbeiten Montag und Dienstag enden. 

Auch wenn Naturdenkmale Sache des Kreises sind, hat die Stadt die Verkehrssicherungspflicht und übernahm die Fürsorge für die Linde. Daran, sie zu fällen, denke keiner: Es sei nicht günstiger, auch sei der Baum ökologisch und geschichtlich wertvoll. „Die Linde gehört zur Freilichtbühne wie das Gelbe zum Ei“, sagt Schmidt.

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