Dalwigksthal

Von der Luftfeuchte bis zum Windchill

- Lichtenfels-Dalwigksthal (md). Aktuelle Temperaturen aus dem schönen Tal der Orke – die bietet Lars Wichmann aus Dalwigksthal seit einer Woche für alle Wetterinteressierten. Ganz privat und ganz profund.

Lars Wichmann mag Herausforderungen. 20 Jahre lang hat er sie im Extremsport gefunden. Er ist Skateboard gefahren – und zwar in einer Art, die ihn nahe an die Profis gebracht hat. „Ich bin all die Jahre weitgehend verletzungsfrei durchgekommen“, sagt der 34-Jährige rückblickend. In seiner Stimme drückt sich Stolz aus, aber vor allem auch Dankbarkeit für die unfallfreie Zeit trotz wilder Sprünge.

Und diese Dankbarkeit führte ihn schließlich in ein stilleres, weniger gefährliches, aber weitaus komplizierteres Hobby: die Meteorologie. „Man muss sich da reinfuchsen“, sagt Lars Wichmann mit Blick auf seine private Wetterstation samt Messgeräten, Daten und Tabellen. Und wie er sich reingefuchst hat: Im Garten seiner Familie hat er einen Wettermasten aufgebaut, der unter anderem mit einem Anemometer zur Windmessung ausgerüstet ist.

Auf einem Stein im Gras ist ein Regenmessbecher montiert und geschützt unter dem Dach ist ein Messgerät angebracht, das Temperatur und Luftfeuchtigkeit misst. Zwei Basisstationen gehören ebenfalls zur Ausstattung – ganz abgesehen von einem Computer und den Programmen, mit deren Hilfe sämtliche Daten über 365 Tage im Jahr rund um die Uhr aufgezeichnet, ausgewertet und so wiedergegeben werden können, dass sie über eine eigene Internetseite in aller Welt zu lesen sind.

Mit den Wetteraufzeichnungen hat Lars Wichmann im Januar begonnen, und seit vergangenem Samstag ist er mit den Daten im Weltnetz vertreten. Unter www.wetter-dalwigksthal.de ist alles zu finden, was das Wetter am Dalwigksthaler Mühlenberg zu bieten hat: Von der aktuellen Außentemperatur über die Temperatur des Windes, Taupunkt, Luftfeuchte und Luftdruck bis hin zur Windgeschwindigkeit und der dominierenden Windrichtung. Es werden Schneefall und Wolkenuntergrenzen genannt und Windböen aufgezeichnet. Aufgang, Zenit und Untergang von Sonne und Mond sind ebenfalls notiert.

Sogar der Windchill wird aufgezeichnet – das englische Wort für Windkühle oder Windfrösteln beschreibt den Unterschied zwischen der gemessenen Lufttemperatur und der gefühlten Temperatur in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit, erklärt Lars Wichmann. Natürlich fehlen auch Niederschlagsberechnungen nicht. Und wer will, kann auf der Internetseite sogar herausfinden, wann der letzte Frost am Mühlenberg war, wie viele kalte und heiße Tage es gab – und ob sogar eine Tropennacht dabei war. Hier sei verraten: Das war in der Waldeckischen Schweiz seit Aufzeichnungsbeginn noch nicht der Fall.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 13. August.

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