Bislang keine Mehrheit für FDP-Antrag

Mängel melden per Handy: Soll es eine Bürger-App für Korbach geben?

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Vorbild ist das Bürgerecho Ingelheim: Über eine App für Smartphones und die Internetseite der Stadt sollen Korbacher Mängel künftig melden. Das hat jedenfalls die FDP beantragt. Für den Vorschlag gibt es wohl keine Mehrheit.

Korbach. Ob Schlaglöcher, wilde Mülldeponien oder defekte Straßenlaternen: Die Korbacher sollen mit einer kostenlosen Smartphone-App oder auf einer Internetplattform Mängel und Ärgernisse aller Art melden können. Das jedenfalls hat die FDP beantragt.

Im Haupt- und Finanzausschuss hat der Vorschlag der Liberalen allerdings keine Mehrheit gefunden.

Vorbild für die Korbacher FDP ist Ingelheim in Rheinland-Pfalz. Dort können Bürger bereits seit 2012 das Rathaus per Internet auf überquellende Mülleimer, verwüstete Grünanlagen oder defekte Ampeln aufmerksam machen. Auf der Seite der Stadt wird anschließend der Status der Meldung für alle sichtbar angezeigt: Ist die Sache schon geprüft, wird sie gerade bearbeitet oder ist sie schon erledigt? 2013 hat die 26 000-Einwohner-Stadt ihre „Bürger-Echo-App“ um eine Kategorie für Hundekot erweitert, sodass Nutzer der Anwendung ein Foto mit der genauen Ortsposition des Haufens senden können.

Mängelmelder als günstigere Variante

Mit Kosten von 15.000 bis 20.000 Euro für die Entwicklung einer solchen Smartphone-App rechnet die Stadt Korbach. Der Magistrat hat deshalb als günstigere Variante vorgeschlagen, ohne eigene Smartphone-App einen „Mängelmelder“ auf der Internetseite der Stadt zu integrieren. Das würde einmalig 1500 Euro plus jährlich 450 Euro kosten.

Auch hier könnten Fotos hochgeladen und der Bearbeitungsstatus über ein Ampelsystem nachvollzogen werden. In einer einjährigen Testphase könnte der „Mängelmelder“ erprobt werden. Aber auch für diesen Vorschlag gab es keine Mehrheit.

Skeptisch sah vor allem SPD-Fraktionschef Henrik Ludwig die Internetplattform. Ein Mehrwert sei nicht erkennbar: „Es sind doch schon alle Möglichkeiten da, um mit der Stadt in Kontakt zu treten und die Bürger bekommen auch zeitnah eine Antwort“, sagte Ludwig. Der Fraktionsvorsitzende befürchtete vielmehr, dass ein solches Angebot Querulanten auf den Plan rufe. Auch Werner Welsch (Grüne) erklärte: „Wir halten das für einen teuren Spaß.“

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