Bestechende Harmonie in Reinhardshausen

Männergesangverein „Liedertafel“ auf musikalischer Weltreise

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Ein Vergnügen für alle Freunde des Chorgesangs war das Konzert der „Liedertafel“ 1841 mit Chorleiter Leo Eberhard.Fotos: Senzel

Bad Wildungen-Reinhardshausen - Der Männergesangverein „Liedertafel“ 1841 nahm die Zuhörer bei seinem Konzert in der Reinhardshäuser Wandelhalle mit auf eine musikalische Weltreise.

„Singe, wem Gesang gegeben“ – diese Zeile aus Ludwig Uhlands Lied „Freie Kunst“ schien den Chorsängern geradezu auf den Leib geschrieben. Wieder einmal haben die Sänger des MGV hören lassen, mit wie viel Engagement sie gemeinsam mit Chorleiter Leo Eberhardt ihr Programm präsentieren.

Unter dem Titel „Ein lustiges Leben“ steckten die Chorsänger ihr Publikum mit ihrer Sangesfreude an. Vereinsvorsitzender Birger Cornelius nahm die Zuhörer mit auf die musikalische Reise um die Welt.

„Froh erklingen unsre Lieder, Liedertafel immerdar…“ – Nach diesem musikalischen Auftakt forderte „Reiseleiter“ Jürgen Eisel als charmanter und launiger Moderator auf: „Einsteigen bitte – unsere Reise beginnt.“ Sie startete mit stimmungsvoll getragenen Chorsätzen „aus der Heimat“, mit „Morgenrot“, „Arcobaleno“ („Wenn der Winter vorbei ist“) und dem „Wanderer“. Weiter ging es mit dem alten deutschen Volkslied „Hohe Tannen weisen die Sterne“, dessen Text wahrscheinlich in den frühen 1920er-Jahren in Oberschlesien entstanden ist. Ein Zeichen für die Vielseitigkeit des Liedertafel-Repertoires war dann die mit beseelter Innigkeit vorgetragene liturgische Formel „Ora pro Nobis“ aus einem katholischen Gebet.

Ein Potpourri mit Frühlingsliedern, darunter „Der Mai ist gekommen“, „Alle Vögel sind schon da“, „Die Waldeslust“ und „Hoch auf dem gelben Wagen“ sangen alle Zuhörer begeistert mit. Das Lied von einem süßen italienischen Mädchen und das von einer Schönen aus Kroatien „La Morettina, bella Ragazzina“ und „Maia Moja“ standen auf der Reise durch Europas Süden ebenso im Programm wie Udo Jürgens’ Hit vom „Griechischen Wein“ (mit Birger Cornelius als Solist). Nach dem Zigeunerlied „Csardas“ erzählten die Sänger die „Geschichte von den zwölf Räubern“ mit einem Solopart von Gregor Große Wiesmann.

Der Abend mit der Liedertafel war ein Vergnügen für alle Freunde des Chorgesangs, der durch die bestechende Harmonie, einen stets ausgewogenen, differenzierten Chorklang, hervorragende Textverständlichkeit und gelungene Intonation begeisterte. Ein Höhepunkt war das „Ihrer Hoheit der Fürstin Witwe Luise zu Waldeck und Pyrmont ehrfurchtsvoll“ gewidmete „Heimweh nach Waldeck“ von Heinrich Ludwig, nach einem Satz für die Liedertafel von Leo Eberhard. Die Arolser Familie Behle hat das Lied aus dem Nachlass des Kapellmeisters der letzten regierenden Fürsten von Waldeck und Pyrmont der Liedertafel 1841 gestiftet.

Generalprobe für das Jazzfestival

Überraschung und willkommene Abwechslung war der Auftritt der Jugendbrassband der Wildunger Musikschule, ebenfalls unter Leitung von Leo Eberhardt. Die jungen Bläser erhielten für drei klassische Stücke und Jazz- und Dixieland-Vorträge stürmischen Applaus. Für die jungen Talente war der Auftritt auch eine gelungene Generalprobe für das Jazzfestival.

Zum Schluss gab es begeisterten Applaus und als Zugabe „Bajazzo“. Die Konzertbesucher gaben am Ende dem Moderator Jürgen Eisel Recht, der zu Beginn gesagt hatte: „Bei uns sind sie heute Abend besser aufgehoben als beim Eurovision Song Contest vor der Glotze.“

Von Werner Senzel

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