Dresdner Zoo gibt Rhesusaffen an Vöhler Gnadenhof ab

Makake Joe findet in Vöhl ein Zuhause

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Eine Geste des Willkommens: Norman Siegel vom Gnadenhof hofft, dass sich Makake Joe nach einer Eingewöhnungszeit mit den anderen Affen anfreundet.Foto: Theresa Demski

Vöhl - Im Affengehege in Vöhl herrschte am Mittwoch Aufregung: Mit Makake Joe ist ein neuer Bewohner im Gnadenhof eingezogen. Zwei Jahre lebte er als Letzter seiner Art im Zoo in Dresden.

Aus dunklen, alten Augen beobachtet Joe seine Umgebung gründlich. Gesten der Freundschaft nimmt er hin, zuweilen zeigt er vorsichtig Zähne, hält sich aber schüchtern im Hintergrund. Die lauten Rufe des aufgeregten Kapuziner-Affen Mogli, der am Fenstergitter des Neuankömmlings für Furore sorgt und im Affengehege im Gnadenhof der Chef ist, quittiert er mit einem müden Lächeln. Nur wenn Makaken-Dame Zacki ihren Artgenossen leise ruft, dann scheint Joe hinzuhören.

Fast zwei Jahre lang lebte der fast 20 Jahre alte Makake im Zoo in Dresden. Mit seiner ganzen großen Familie war er dort einst eingezogen, bis einer nach dem anderen starb. Nur Joe blieb zurück - ohne Gesellschaft. Als der Zoo beschloss, das Gehege abzureißen, machte er sich auf die Suche nach einem Affenfreund, der Makake Joe aufnehmen würde. Davon hörten Norman und Corinna Siegel im Vöhler Gnadenhof. „Wir wollten nicht, dass Joe seine letzten Jahre irgendwo in einem Privathaushalt alleine verbringt“, sagt Siegel. Und deswegen nahmen sie Kontakt mit dem Zoo auf und machten den Umzug perfekt. Gestern nun zog Joe in den Gnadenhof ein. „Wir wissen noch nicht, wie er auf die anderen Affen reagiert und ob sie alle zusammen in einem Käfig leben können“, sagt er. Fürs Erste muss sich Joe noch an die neue Umgebung gewöhnen. Deswegen lebt er durch ein Gitter getrennt von den anderen Affen in einem Innengehege - bevor unter Aufsicht eines Tierarztes die Zusammenführung der beiden Makaken und der fünf Kapuziner-Affen getestet wird. „Die Tiere könnten sich gegenseitig schlimm verletzen“, wissen die Tierschützer, „deswegen müssen wir so behutsam vorgehen.“

Aber eines haben Norman und Corinna Siegel gleich entdeckt: Makaken-Dame Zacki freut sich über die Verstärkung. „Endlich einer, der ihre Sprache spricht“, sagt Siegel, „Affen sind sehr soziale Tiere.“ Zacki war vor zwei Jahren mit einer Windel in Fuldatal gefunden worden, bevor sie ein neues Zuhause in Vöhl fand und in eine meist friedliche Wohngemeinschaft mit den Kapuziner-Affen einzog.

Um den Affen so viel Freiheit wie möglich zu geben, will das Team vom Gnadenhof nun anbauen. „Wir wären für Unterstützung dabei sehr dankbar“, sagt Siegel. Ob Unternehmen, die Gitter und Zäune entbehren können, oder Spenden an den Tierschutzverein: Wer helfen möchte, kann sich unter Telefon 05635/9929292 melden.

Unterdessen wartet Makaken-Dame Zacki weiterhin auf eine Reaktion von Rhesusaffe Joe, um endlich das Gespräch beginnen zu können.

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