459. Kiliansmarkt in Korbach zu Ende gegangen

Markttreiben lockt besonders Familien

Korbach - Süßigkeiten und Karussells, Geselligkeit und 
Stöbermöglichkeiten: Übers Wochenende lockte der Kiliansmarkt auf die Hauer.

Die Kleinsten sind aus dem Karussell gar nicht mehr wegzukriegen, die etwas älteren Kinder ziehen ihre Eltern am Arm von Fahrgeschäft zu Fahrgeschäft: Besonders Familien besuchten am Wochenende den Kiliansmarkt. Schließlich gab es für Jungen und Mädchen viel zu erleben: Auf Holzpferden oder in sprechenden Autos fuhren sie im Kreis, schnellere Fahrten lieferten etwa „Break Dancer“ oder Berg-und-Tal-Bahn, hoch hinaus ging es mit dem „Air Race“. Ponyreiten und Jahrmarktsspiele wie Stärketester und Greifautomaten sorgten für viel Spaß – auch wenn manch Besucher es mehr auf Leckereien von gebrannten Mandeln über Crêpes bis zu gebratenen Pilzen abgesehen hatte. Festzug und Eröffnung fanden am Donnerstag statt, am Freitag war Familientag mit Rabatten in den Fahrgeschäften sowie einem Kinderflohmarkt. Am Sonntag sang Sauerlandjodlerin Heidi Hedtmann zum Mittagessen im Festzelt. Der Himmel zeigte sich besonders Freitag und Samstag oft verhangen, aber die Schausteller waren mit dem gemäßigten Wetter zufrieden: „Bis auf kleine Schauer war das ideal“, erklärte Kinderkarussell-Betreiber Heinz-Jürgen Eckel. Mandelbrenner Walter Hoppe stimmte zu: „Vergangene Woche waren wir auf einem Pfingstmarkt mit 35 Grad – das war eine Katastrophe“, erläuterte er. Darüber, wie gut das Gästeaufkommen war, scheiden sich die Geister: „Es sind viele Kinder hier, wir kommen also zurecht“, sagte Karussellbetreiber Olaf Kaiser-Benna. Für Fahrgeschäfte, die mehr auf Jugendliche als Kunden angewiesen sind, sehe das jedoch anders aus. Peter Died­rich vom „Break Dancer“ ist aber ebenfalls völlig zufrieden, während Heinz-Jürgen Eckel das Geschäft als durchwachsen bezeichnet. Verantwortlich sei auch der späte Zeitpunkt des Markts: „Zur Monatsmitte sitzt das Geld nicht mehr ganz so locker wie am Anfang.“ Den Organisatoren macht er jedoch keinen Vorwurf, die Feiertage seien dieses Jahr bloß ungünstig gefallen. Auch an den Verkaufsständen schwanken die Meinungen: Kurzwaren- und Tischtuchhändler Volker Tinnermann zeigte sich nach den gewohnt schwachen ersten beiden vollen Markttagen am Sonntagvoll zufrieden, auch Walter Hoppes Verkauf war „in Ordnung“. Die schwache Besetzung mit Marktständen sei allerdings bedauernswert: „Es gibt große Lücken“, so Hoppe. Kritische Worte findet auch Händlerin Elke Bähr, die mit der Besucherzahl unzufrieden war: „Es fehlen einfach Attraktionen.“ Der Viehauftrieb hätte Menschen auf den Markt gebracht, die nun nicht mehr kämen, und auch die Lotterie brauche mehr Präsenz. „Und wer das offizielle Programm sieht, das für Samstag keinen einzigen Punkt aufweist, fragt sich, ob an dem Tag überhaupt ein Markt stattfindet“, sagte sie.Die Standverkäufer sprachen auch den Herbstmarkt an, der dieses Jahr zum letzten Mal stattfinden wird. „Dabei habe ich da an zwei Tagen so viel verdient wie hier an dreien“, bedauerte Volker Tinnermann. Und während Walter Hoppe über die schwache Besetzung des Kiliansmarkts schon traurig ist, findet er das Wegfallen seines herbstlichen Pendants „richtig traurig“. Von Wilhelm Figge

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