Korbach

Martin Dörflinger will‘s wissen

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- Korebach (jk). „Ehre, Herausforderung und Verantwortung in meiner Heimatstadt“: Martin Dörflinger geht gegen Klaus Friedrich ins Rennen bei der Bürgermeisterwahl 2012.

Die Spatzen pfiffen es quasi schon von den Dächern. Somit ist es für politisch Interessierte in Korbach keine Überraschung, dass die SPD ihren Fraktionschef Martin Dörflinger (43) zum Kandidaten für die Direktwahl im kommenden Jahr gekürt hat.

Spekulationen um mögliche weitere Kandidaten (wir berichteten) sollten offenbar vor allem die Spannung halten vor dem entscheidenden Tag. Denn Dörflinger war der einzige SPD-Bewerber um die Rathaus-Kandidatur. Bei der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend fiel das Votum der heimischen Genossen denn auch einstimmig aus für Martin Dörflinger. Einem erfahrenen Korbacher Sozialdemokraten war es vorbehalten, den Hoffnungsträger der SPD vorzuschlagen. „Ein Glücksfall für die SPD. Wir wussten schon damals, welchen Diamanten wir in unseren Reihen hatten“, schilderte der frühere Erste Stadtrat Wolfgang Hey am Donnerstagabend den Werdegang Dörflingers seit 1985.

Mit 17 Jahren wurde der Korbacher damals Mitglied der SPD. „Aller guten Dinge sind drei“, war Heys Devise mit Blick auf die Direktwahl im Herbst 2012. Dörflinger sei nach Bernd Hellmann (2000) und Walter Hartmann (2006) der dritte Kandidat, der gegen Klaus Friedrich (parteilos) antrete. Nach Dr. Horst Bökemeier (1967 bis 1976) und Wolfgang Bonhage (1977 bis 2001) könne es Dörflinger nunmehr schaffen, zum dritten sozialdemokratischen Bürgermeister Korbachs zu werden. Klaus Friedrich sei „zu besiegen“, dies habe „unser neuer Landrat Reinhard Kubat vorgemacht“, erklärte Hey vor den Genossen.

Und per Brief ließ sich der ehemalige Bürgermeister und Landrat Dr. Horst Bökemeier gar vernehmen, in diesen schwierigen Zeiten sei ein Betriebswirt erste Wahl für den Chefsessel im Rathaus. Das war viel Rückenstärkung aus der Feder des überzeugten Juristen Bökemeier. Aufgeräumt präsentierte sich der Betriebswirt und Banker Martin Dörflinger somit gestern bei einer Pressekonferenz, in der SPD-Ortsvereinschefin Gudrun Limperg und SPD-Stadtverordneter Dr. Hartmut Wecker das Ergebnis der Kandidatenkür verkündeten.

Fotos, Plakate, Lebenslauf, Portrait und politische Kernaussagen lagen schon parat. So verhehlte Dörflinger die intensive Vorbereitung in den vergangenen Wochen nicht. „Es geht um die Zukunft unserer Stadt“, unterstrich Gudrun Limperg. Da sei Dörflinger bei der Direktwahl eine „echte Alternative zu Klaus Friedrich“. Zusätzliche Unterstützung erhofft sich die SPD von den Grünen, mit denen die Sozialdemokraten seit der Kommunalwahl im März eine neue Mehrheit im Korbacher Stadtparlament bilden. Schon im Vertrag zur Zusammenarbeit der beiden Fraktionen hatten sie im Frühjahr auch den Schulterschluss für die Bürgermeisterwahl deutlich gemacht. Das formelle Votum der Grünen soll laut SPD aber erst am 6. Dezember erfolgen. „Es ist eine Ehre und Herausforderung für mich, in meiner Heimatstadt zu kandidieren“, betont Dörflinger.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 19. November.

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