100 Jahre Grundsteinlegung: Kleines, feines Fest am Diemelsee

Mauerbau prägt Region

Diemelsee / Marsberg - „Meisterwerk der Technik“, „ansehnliche alte Dame“, „eine Mauer, die Verbindungen geschaffen hat“: Die Grundsteinlegung für die Diemeltalsperre vor 100 Jahren feiern Einheimische und Gäste am Samstag in Helminghausen mit einem kleinen, feinen Staumauerfest.

„Wir wollen Information, Unterhaltung, Spiel, Sport und Spaß bieten“, betont Helminghausens Ortsvorsteher Bernd Hunold, als er die vom heimischen Förderverein organisierte Feier am Fuße der Mauer eröffnet. Gesagt, getan: Mit dem Hubschrauber geht es über Mauer und See, mit dem Tretboot über das Ausgleichsbecken. Im Schatten von Mauer und Kraftwerksgebäude liegt die kleine Festmeile mit Bühne, vergnügen sich Kinder an der Kletterwand sowie auf Hüpfburg und Segway-Parcours. Geschäftsführer Dieter Pollack informiert über den Naturpark, eine Ausstellung mit historischen Bildern über den Werdegang der Talsperre.

Bis zum Abend spazieren und radeln die Gäste zur Talsperre, wo der Musikverein Bontkirchen und später die Band „Wildlive“ für Stimmung sorgen. Obwohl die stattliche Bruchsteinmauer meist nur im Hintergrund ruht, steht sie doch immer im Mittelpunkt - nicht zuletzt, als sie bei Einbruch der Dunkelheit farbenprächtig illuminiert wird.

„Der Baubeginn vor 100 Jahren hat die Weichen für die Entwicklung unseres Dorfes und der Region neu gestellt. Ohne die Diemeltalsperre wäre der Ferienort Helminghausen heute wohl landwirtschaftlich geprägt“, verweist Hunold auf die Bedeutung des denkmalgeschützten Bauwerks. Zugleich fordert er, die Infrastruktur am Diemelsee weiterhin der Zeit anzupassen.

„Für die Zukunft versichere ich Ihnen eine sorgfältige Bewirtschaftung der Talsperre“, verspricht Katrin Urbitsch, Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Hann. Münden (WSA). „Wir werden nur Wasser abgeben, wenn wir es wirklich für die Schifffahrt brauchen und prüfen, ob die Mindestabnahme reduziert werden kann, damit täglich nicht so viel Wasser abläuft.“ Urbitschs Dank gilt dem Personal des WSA-Außenbezirks, das dafür sorge, dass die „alte Dame“ nach 100 Jahren noch so ansehnlich sei.

Eckdaten zum Talsperrenbau (WLZ, 6. September) fasst Marsbergs Bürgermeister Hubertus Klenner zusammen. Dazu zitiert er das Fachblatt „Die Bautechnik“ aus dem Jahr 1923, für dessen Autor Hans Vieweg die gerade fertiggestellte Diemeltalsperre ein „Meisterwerk deutscher Technik“ ist. Seit dieser Zeit habe sich um den See ein einmaliger Naturpark sowie ein Wasser-, Wander- und Freizeitparadies entwickelt, freut sich Klenner.

„Diese Mauer ist eine Mauer, die neue Verbindungen geschaffen und sich wirtschaftlich positiv ausgewirkt hat“, erklärt Diemelsees Bürgermeister Volker Becker. Zusammen hätten die Anlieger schon viel erreicht, ist er überzeugt, fordert aber zugleich: „Wir dürfen uns auch künftig nicht als Konkurrenten sehen, sondern müssen den Diemelsee gemeinsam nutzen und vermarkten.“ Die Diemelseer hätten das Staumauerfest beispielsweise gern mitorganisiert, erläutert er gegenüber der Waldeckischen Landeszeitung.

(von Natalie Volkenrath)

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