"Haste Töne" aus Berndorf unterstützt musikalisch

„Medlz“ lassen es in der Korbacher Kilianskirche leuchten

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Die "Medlz" in Korbach: Geschützt durch das Dach der Kilianskirche boten Silly, Nelly, Joyce und Bine zum zweiten Adventswochenende das volle Weihnachtsprogramm.

Korbach. Vor zweieinhalb Jahren gab das A-Capella-Quartett aus Dresden ja schon einmal auf dem Altstadtkulturfest einen Auftritt in der Freilichtbühne, der durch himmlische Sturmfluten schmerzlich verkürzt wurde. Geschützt durch das Dach der Kilianskirche boten Silly, Nelly, Joyce und Bine zum zweiten Adventswochenende das volle Weihnachtsprogramm.

Zum runden stimmigen Adventleuchten trug auch ein Bonusauftritt des gemixten Chores „Haste Töne“ aus Berndorf bei, der zur Einstimmung und zum großen gemeinsamen Finale antrat. Bei „Winter sings her Song“ intonierten die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Lisa Herrlich englische Harmonien im doppelten Sinne des Wortes.

Dabei bildete das eher melancholisch-besinnliche Waldecker Vorprogramm einen schönen Kontrast zum eher heiter gestimmten ersten Teil des Hauptkonzerts mit einer Barock-Goes-pop-Version von Georg Friedrich Händels „Joy to the world“, Mariah Careys „All I want for Christmas“ und einer flotten Version von Bing Crosbys „White Chrismas“, in der das neue Mitglied Joyce ihre stimmliche Visitenkarte als Solistin abgab. Die in Dortmund ansässige Soulstimme wurde von ihren Kolleginnen als Bassistin mit elektronisch verfremdeter Stimme vorgestellt.

Im vergleichsweise sparsam choreografierten Weihnachtsprogramm übernahm die Beleuchtung eine tragende Rolle in Sachen Show. Auf die Melodie von „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ hatten die „Medlz“ eine eigene ermutigende Hymne zu mehr Selbstbewusstsein komponiert, den das Quartett zum besinnlichen Ausklang der ersten Hälfte anstimmte. Eine textfreie Fassung von „Küss mich, halt mich, lieb mich“ eröffnete die zweite Hälfte und bildete die Ouvertüre für ein gemeinsam mit dem Publikum angestimmtes „Alle Jahre wieder“.

Unterstützen die Medlz in der Kilianskirche: Der Berndorfer Chor „Haste Töne“ untr der Leitung von Lisa Herrlich. Fotos: Armin Hennig

Ganz still und in ungebrochener Adventsstimmung erklang anschließend „Es ist ein Ros’ entsprungen“ mit Silly als Führungsstimme. Eine traditionelle Darbietung im besten Sinne, aber nicht ohne Hintergedanken, denn als Reaktion auf den hierzulande weit verbreiteten blonden Jesus mit blauen Augen, kündigte Sabine Kaufmann eine Tochter Zion im hebräischen Stil an, bei der die Sopranistin auch die Lead Vocals übernahm, während ihre Kolleginnen „kehlige Hey-Rufe“ anstimmten.

Stimmungswechsel prägten auch den weiteren Verlauf des Konzerts. Während es in Irland mit der „Christmas in Killarney“ noch lebhafter als in Israel weiter ging, folgte anschließend eine Ballade für persönlicheres Gedenken an alle Lieben, die nicht mehr bei uns sind: „Du wirst vermisst“. „Oh Tannenbaum“ in vielen Sprachen und Musikstilen dieser Welt bildete ein heiteres Glanzlicht im Verlauf des Abends, der mit einer „flotten Schlittenfahrt im Schnee“ (Jingle Bells) für das Quartett ausklang, das anschließend „Haste Töne“ zum gemeinsamen Schlusslied nach vorn bat. (Von Armin Hennig)

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