Kleiner Pieks – großer Nutzen

Mehr als 30 Mitarbeiter des Korbacher Stadtkrankenhauses spenden Blut

Chefärzte spenden Blut: Dr. Michael Tübben vom Stadtkrankenhaus (liegend, von rechts) mit seinen Kollegen Dr. Arne Fittje und Dr. Matthias Gernhardt bei der Blutspende im Korbacher Bürgerhaus.
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Chefärzte spenden Blut: Dr. Michael Tübben vom Stadtkrankenhaus (liegend, von rechts) mit seinen Kollegen Dr. Arne Fittje und Dr. Matthias Gernhardt bei der Blutspende im Korbacher Bürgerhaus.

Wie wichtig Blutspenden gerade jetzt ist, darauf haben Mitarbeiter des Korbacher Krankenhauses mit einer besonderen Aktion aufmerksam gemacht: Gut 30 von ihnen ließen sich Blut abnehmen.

Nicht mal einen Tag reichen die Blutvorräte in Hessen derzeit aus, der Bedarf vor allem in Krankenhäusern steigt rasant, da wieder deutlich mehr operiert wird.

Jeden Tag werden in Hessen 1000 Blutspenden abgegeben – in normalen Zeiten, sagt Ralf Debus, Leiter der Abteilung Spenderbindung beim DRK-Blutspendedienst. Doch mit dem Aufkommen der Pandemie sei alles anders geworden, Bürgerhäuser, Firmen, Dorfgemeinschaftshäuser – alles sei plötzlich geschlossen gewesen. Dabei sind diese Gebäude wichtig, um überhaupt Blutspendetermine anbieten zu können. Doch fortan ging nichts mehr. „Ich bin seit 20 Jahren dabei, doch so etwas habe ich noch nie erlebt.“

Die hessischen Kliniken hätten in den vergangenen Wochen ihre Vorräte aufgebraucht, weiß er. Und jetzt, wo vielerorts der reguläre Klinikbetrieb wieder startet, sei der Bedarf sehr groß. Mit gutem Beispiel voran gehen wollten deshalb Mitarbeiter des Korbacher Krankenhauses. Chefarzt Dr. Michael Tübben hatte die Idee, zu einem regulären Blutspendetermin in Korbach möglichst viele Kollegen zu mobilisieren. Das ist ihm zusammen mit Almut Roth vom Blutspendedienst des DRK und dem Betriebsrat des Krankenhauses gelungen. Etwas mehr als 30 Frauen und Männer machten mit und gaben jeweils 500 Milliliter Blut – bis hin zu Geschäftsführer Sassan Pur. Auch gut 15 Mitglieder des Rotary-Clubs hat Tübben mit seiner Idee begeistern können.

Neben den Krankenhaus-Mitarbeitern hatten sich noch gut 130 weitere Blutspender angemeldet. Denn das sei derzeit nötig, sagt Ralf Debus. Denn es soll möglichst nicht zur Bildung von Schlangen oder Menschentrauben kommen, sagt Almut Roth. Deshalb könnten derzeit nur eine bestimmte Anzahl an Terminen vergeben werden. Man sei angehalten, dies so zu regeln.

Um allen Klinik-Mitarbeitern Blut abnehmen zu können, konnte der Großteil von ihnen bereits eine Stunde vor dem eigentlichen Beginn der Blutspende ins Bürgerhaus kommen. Für viele war es das erste Mal, dass sie Blut hergaben, manch anderer hatte seit Jahrzehnten nicht gespendet.

Ralf Debus freut sich über das Engagement. Wenn es jetzt irgendwo in Hessen beispielsweise zu einem schweren Zugunglück kommen sollte, sagt er, „hätten wir ein großes Problem. Das sorgt bei uns allen für schlaflose Nächte.“ Er hofft deshalb auf viele weitere Spender bei den kommenden Terminen. Die aktuellsten Blutspendemöglichkeiten gibt es immer im Internet auf der Seite www.blutspende.de/termine.

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