Prüfungen auf dem Korbacher Paul-Zimmermann-Sportplatz

Mehr als 350 Teilnehmer beim zweiten inklusiven Sportabzeichen-Aktionstag in Korbach

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Bei der Sportabzeichen-Prüfung im Weitsprung: Sascha Chuikow aus der Bad Arolser InteA-Klasse 1 der Beruflichen Schulen in Bad Arolsen legt einen mächtigen Satz hin.

Korbach. Mehr als 350 Teilnehmer verzeichnet das Organisationsteam beim zweiten inklusiven Sportabzeichen-Aktionstag für Waldeck-Frankenberg. Sie legten am Mittwoch auf dem Korbacher Paul-Zimmermann-Sportplatz ihre Prüfungen ab.

Die jungen Sportler laufen, werfen und springen. Es geht um das deutsche Sportabzeichen, da geben alle ihr Bestes. Und da spielt es keine Rolle, ob Teilnehmer körperlich oder geistig beeinträchtigt sind oder nicht, ob sie Flüchtlinge sind oder Deutsche. Alle bringen die Leistung, zu der sie fähig sind. Und der gemeinsam ausgeübte Sport verbindet sie alle. 

Genau diesen Gemeinschaftsgeist erleben die Teilnehmer am Mittwoch beim zweiten inklusiven Sportabzeichen-Aktionstag für Waldeck-Frankenberg. Strahlend blickt der Initiator Jürgen Damm auf den fairen sportlichen Wettstreit auf dem Sportplatz. „Es ist ein tolles Bild, das wir hier haben“, ruft er bei der Begrüßung am Morgen ins Mikrofon. 

Gelebte Teilhabe

„Gemeinsam selbstbestimmt leben“ – das hat sich der pensionierte Oberst aus Bad Arolsen auf seine Fahnen geschrieben, dafür setzt er sich mit seiner Aktion für behinderte Menschen seit Jahrzehnten kreis- und landesweit ein. Die große Resonanz auf den vom Land und Sponsoren geförderten Aktionstag zeige, dass Teilhabe in Waldeck-Frankenberg „ein wichtiges Instrument“ sei. 

Erhielten bei der Premiere vor einem Jahr rund 140 Sportler Urkunden und Abzeichen, stellen sich gestern weit mehr als 350 Teilnehmer aus dem gesamten Kreis den Prüfungen, für die sie seit Juni trainiert haben. Denn durch die Verlegung des Termins von Samstag auf Mittwoch reisen zahlreiche Schulklassen mit ihren Lehrern an, viele tragen als Erkennungszeichen Shirts ihrer Schulen. 

„Der Aktionstag steht für alle offen“, sagt die Mitorganisatorin Kerstin Mühlhausen vom Fachdienst Sport der Kreisverwaltung. „Wer Lust und Zeit hat, kann die Prüfungen ablegen.“ 

Die Organisation des Sportabzeichen-Aktionstages übernahmen die Aktion für behinderte Menschen in Waldeck-Frankenberg, die Aktion für behinderte Menschen in Hessen, der Sportkreis, der Fachdienst Sport der Kreisverwaltung und die Initiative Teilhabeplanung.

Viele Schulen aus dem ganzen Kreis vertreten

Die Klasse 4 der Korbacher Schule am Enser Tor startet zum 800-Meter-Lauf.

Die Korbacher Schule am Enser Tor ist gleich mit allen Klassen vertreten, die Heinrich-Lüttecke-Schule aus Bad Arolsen mit vier Klassen, das Berufliche Gymnasium aus Korbach mit zwei Kassen des elften Jahrgangs, zwei InteA-Klassen der Beruflichen Schulen mit Flüchtlingen kommen aus Bad Arolsen. 

Sportler der Korbacher Westwallschule machen mit, der Kegelbergschule und der Friedrich-Trost-Schule aus Frankenberg, der Nikolaus-Hilgermann-Schule aus Rosenthal und der Mathias Bauer-Schule aus Bad Wildungen. 

Weitere Gruppen stellen das Volkmarser Haus „Am Scheid“, das Gut Rocklinghausen und die Korbacher Werkstätten der Lebenshilfe und das Haus Emilie des Bad Arolser Bathildisheimes.

Sportvereine stellen Prüfer und Helfer

18 Prüfer aus dem Kreis sorgen für die korrekte Erfassung der Daten und den reibungslosen Ablauf. Unterstützt werden sie von zahlreichen Helfern aus Sportvereinen. Auch Mitarbeiter und die Auszubildenden der Kreisverwaltung packen mit an, sie servieren zudem Suppe und kühle Getränke. Die Ergebnisse laufen bei Kerstin Mühlhausen zusammen, sie verschickt auch später die Teilnahmeurkunden an alle und die entsprechenden Sportabzeichen. 

Die Teilnehmer absolvieren die normalen Prüfungen ihrer Altersklassen in den vier Disziplinen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination. Alle müssen außerdem ihre Schwimmfähigkeit nachweisen. 

Für behinderte Sportler gibt es spezielle Disziplinen wie Keulenzielwurf auf ein abgestecktes Feld oder einen Rollstuhlparcours.

 Schirmherr Landrat Dr. Reinhard Kubat

„Es geht um die Wurst“, ruft der Regierungspräsident beim zweiten inklusiven Sportabzeichen-Aktionstag für Waldeck-Frankenberg: Am Grill stehen von links Landrat Dr. Reinhard Kubat, Initiator Jürgen Damm, Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, die Landtagsabgeordnete Daniela Sommer, Schulleiter Michael Hölscher von der Korbacher Schule am Enser Tor und der Landtagsabgeordnete Armin Schwarz.

Die Schirmherrschaft hat erneut Landrat Dr. Reinhard Kubat übernommen. Mit dem Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke und den beiden Rektoren Michael Hölscher von der Korbacher Schule am Enser Tor und Harald Vogler von der Frankenberger Kegelbergschule steht er wieder stundenlang am Grill, um die vielen Sportler, ihre Betreuer und die Helfer mit Würstchen zu versorgen. 

Auch die Landtagsabgeordneten Dr. Daniela Sommer und Armin Schwarz schauen vorbei. Wer keine Prüfung hat, kann sich im Florball üben. Zwischendurch spielt die Rockband der Friedrich-Trost-Schule aus Frankenberg auf. Als Moderator fungiert Lutz Katerbau. 

Noch bis zum Nachmittag laufen, springen und werfen die Teilnehmer.

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