Selbsthilfegruppe „Darmgeschichten“ wirbt für Erfahrungsaustausch

„Mehr Betroffene aus Isolation holen“

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Stehen mit Rat und Tat zur Seite (v. l.): Stephanie Schley, Christiane Klante, Christiane Frank und Christine Sommerfeld sind Ansprechpartner für die Selbsthilfegruppe „Darmgeschichten“.

Korbach - „Es gibt mehr Darmkranke als wir alle glauben“, betont Christiane Frank. Zusammen mit ihren Kolleginnen der Selbsthilfegruppe „Darmgeschichten“ will sie daher „noch mehr Betroffene aus der Isolation holen“.

Wer an Darmerkrankungen, zum Beispiel Kurzdarmsyndrom, Morbus Crohn, Reizdarm, Verstopfungen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten leidet, bekommt in der Gruppe Hilfe zur Selbsthilfe. „Die eigene Darmkrankheit hat mich bewogen, die Selbsthilfegruppe Darmgeschichten im Januar 2009 in Korbach zu gründen“, blickt Christiane Frank, die am Kurzdarmsyndrom leidet, zurück. „Nun ist es Zeit, unsere Arbeit mal wieder in Erinnerung zu rufen“, wirbt die Korbacherin um die Teilnahme an den monatlichen Treffen. Sie finden im Wechsel im Korbacher Stadtkrankenhaus und in der Gaststätte „Kleines Brauhaus“ statt. Diskretion ist garantiert. „2013 soll ein zusätzlicher Treffpunkt dazukommen.“

Vier Ansprechpartner

Betroffene, die oft nur noch eingeschränkt am öffentlichen Leben teilhaben können, kommen in der Gruppe zusammen, um sich auszutauschen. Ärzte, Diätassistenten, Apotheker und andere Gastreferenten sind regelmäßig zu Gast. Beim September-Treffen informierte Dr. Bernhard Brosig, Internist am Stadtkrankenhaus, über Divertikulose und Divertikulitis. Die kleinen Ausstülpungen der Darmwand (Divertikel) entstehen durch ballaststoffarme Ernährung. „Der Vortrag ist sehr gut angekommen“, freut sich Christiane Frank. Zusammen mit den weiteren Ansprechpartnerinnen für die Selbsthilfegruppe, Stephanie Schley (Buchenberg, Fachfrau für Morbus Crohn und Laktoseintoleranz), Christiane Klante (Diemelsee, Expertin für Fructoseunverträglichkeit) und Christine Sommerfeld (Korbach, allgemeine Hilfe) plant sie daher, auch in Zukunft Gastreferenten einzuladen.

Da die Ernährung - wie auch Brosig darlegte - eine entscheidende Rolle spielt, stehen zum Beispiel Gluten- und Histamin­unverträglichkeit auf der Themenliste. Christiane Frank: „Die vielen Zusatzstoffe in unseren Lebensmitteln verstärken die Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Ein weiterer Faktor ist der zunehmende Stress.“

Psychologen gesucht

Vor diesem Hintergrund sind die Verantwortlichen der Selbsthilfegruppe überzeugt, dass es viele Menschen gibt, denen sie mit Rat und Tat zur Seite stehen können - wenn diese ihre Hemmschwelle überwinden. „Bei einer Darmerkrankung ist es wichtig, dass die Seele nicht auf der Strecke bleibt“, hebt Christiane Frank hervor. Neben Fachvorträgen stehen in der Gruppe daher Erfahrungsaustausch und Gemeinschaft im Mittelpunkt. Die nächste Weihnachtsfeier mit Tombola ist beispielsweise in Planung.

„Zugleich suchen wir nach Psychologen, die unsere Arbeit unterstützen“, erklärt die Korbacherin. Auch andere Förderer sind jederzeit willkommen.

Treffen am 31. Oktober

Zum nächsten Treffen der Selbsthilfegruppe laden die vier verantwortlichen Frauen, die sich zum Thema Selbsthilfe auch fortbilden, am Mittwoch, 31. Oktober, ein. Interessierte kommen ab 18.30 Uhr im „Kleinen Brauhaus“, Am Hauptbahnhof, in Korbach zusammen. Als Experte ist Physiotherapeut Thomas Kuhnhenn (Korbach) dabei.

Weitere Informationen gibt es bei Christiane Frank, Telefon 0151/14395526, Stephanie Schley, Telefon 05635/993521, Christiane Klante, Telefon 0175/4148343, und Christine Sommerfeld, Telefon 05631/9890647, sowie unter www.darmgeschichten-korbach.de. (nv)

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