Korbach

Mehr Raum für „Gedächtnis der Stadt“

- Korbach (tk). Das Stadtarchiv soll aus dem Bürgerhaus in das WLZ-Verlagsgebäude umziehen. Dem Vorhaben stimmte am Dienstag der Bau- und Umweltausschuss des Stadtparlaments zu.

Die Umzugspläne wurden geschmiedet, weil das Bürgerhaus im Zuge des Stadtumbau-Programms grundlegend saniert werden soll. Vorgesehen ist, mit den Bauarbeiten in diesem Jahr zu beginnen. Der Umzug soll im Sommer abgeschlossen sein. Bisher war das Stadtarchiv im Kellergeschoss des Bürgerhauses untergebracht. Die genutzte Fläche von rund 250 Quadratmetern reicht auf die Dauer aber nicht mehr aus. Denn künftig wandern auch umfangreiche Unterlagen aus dem Rathaus, den Eigenbetrieben und dem Stadtkrankenhaus in den Bestand. Zudem sei der Aufwand, der betrieben werden müsste, um die Kellerräume ebenfalls auf den energetisch neuestem Stand der Technik zu bringen, „unverhältnismäßig hoch“. Deshalb schlägt die Stadtverwaltung den Umzug in das nur einen Steinwurf entfernte Verlagsgebäude der Waldeckischen Landeszeitung vor. Das neue Domizil wäre für Besucher überdies besser zugänglich. Besser beleuchtet und belüftet, bekäme das Raumklima auch den gelagerten Dokumente und Akten besser. Außerdem könne die Nutzfläche auf künftig 450 Quadratmeter erweitert werden. Ein weiterer Vorteil: Das umfangreiche Archiv der Waldeckischen Landeszeitung und die stadthistorisch bedeutsamen Bestände ließen sich reibungslos zusammenführen. Das erhöht die Nutzerfreundlichkeit erheblich. Das von Hans-Rudolf Ruppel geleitete Stadtarchiv verwaltet momentan mehr als 1000 Urkunden (13. bis 19. Jahrhundert), Handschriften, Pläne, Landkarten sowie umfangreiche Film- und Fotosammlungen. Nach Angaben der Verwaltung wird der Entwurf eines entsprechenden Mietvertrags zurzeit noch abschließend geprüft. Um die Räume für das Stadtarchiv umzubauen, müsse die Stadt etwa 70 000 Euro investieren. Hinzu kämen die Kosten eines „professionellen Umzugs“ und der zusätzlichen Regalsysteme für die Archiverweiterung. Diese Rechnung müsste aber auch beglichen werden, wenn das Archiv nur vorübergehend ausgelagert würde. Demgegenüber würden nach Angaben der Verwaltung rund 630 000 Euro fällig, wenn das Stadtarchiv mit dem Bürgerhaus-Umbau am bisherigen Standort verbliebe, erklärte Bürgermeister Klaus Friedrich in der Ausschusssitzung. Dafür müssten unter anderem der Innenhof erweitert, Fundamente abgefangen, Entwässerungsleitungen verlegt und für einen barrierefreien Zugang gesorgt werden. Ein barrierefreier Zugang ist am Verlagsgebäude indes ohne Investitionen gesichert. Sowohl das Hessische Staatsarchiv in Marburg als auch die Beratungsstelle für kommunale Archive in Darmstadt haben den Vorschlag ausdrücklich begrüßt. Das Archiv „in neuen Räumen unterzubringen, die diesen Namen auch verdienen“, bezeichnete Bürgermeister Friedrich als eine „in die Zukunft gerichtete Entscheidung“, die dazu beitrage, „das historische Gewissen und Gedächtnis der Stadt Korbach dauerhaft zu sichern“. Einstimmig votierten die Ausschussmitglieder für den Umzugsplan. SPD-Fraktionsvorsitzende Gudrun Limperg betonte, dadurch würden sich die Bedingungen für die ehrenamtlichen Archivare erheblich verbessern. Arno Wiegand (FDP) nannte das Vorhaben, das eine Erweiterung einschließt, notwendig, weil noch viele Regalmeter unsortierter Akten in den Bestand aufzunehmen seien. Zudem werde mit dem Umzug das Signal gegeben, dass der bereits einmal verschobene Bürgerhaus-Umbau endlich beginne. Über den Umzug des Stadtarchivs und den Entwurf einer neuen Satzung „zu Aufgaben und Benutzung“ entscheiden die Stadtverordneten am Donnerstag, 18. März. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus-Sitzungssaal.

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