Korbacher Abiturientin Mirjana Jandik gibt elf Monate Englischunterricht in Ecuador

„Mehr Vorfreude als Nervosität“

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Korbach - Die Koffer sind gepackt, die selbstgestalteten Abschiedskarten an die Freunde verteilt, das „Weltwärts“-Abenteuer kann beginnen. Für elf Monate unterrichtet Mirjana Jandik Schulkinder in der ecuadorianischen Stadt Santo Domingo.

Heute Abend wird die 19-jährige Abiturientin nach einem 18-Stunden-Flug mit Zwischenlandung in den USA in Quito, der höchstgelegenen (2850 Meter) Hauptstadt der Welt eintreffen. 80 Kilometer westlich liegt Santo Domingo de los Colorados. In der viertgrößten Stadt Ecuadors, die wegen ihres tropischen Klimas auch „Stadt des ewigen Nebels“ genannt wird, herrschen Tagestemperaturen von durchschnittlich 25 Grad. Eine Grundschule in Santo Domingo ist dann für knapp ein Jahr der Einsatzort der Korbacherin. Dort soll sie die Kinder hauptsächlich in Englisch unterrichten. „Zunächst stehen zwei Wochen Einführungskurs in Quito auf dem Plan“, berichtet Mirjana Jandik.

Der „Weltwärts“-Freiwilligendienst ist ein Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, das auch 75 Prozent der anfallenden Kosten übernimmt. Rund 180 Entsendeorganisationen stellen mehr als 5000 Einsatzorte in 80 Ländern zur Verfügung. Mirjana Jandik hat sich bei den Kolping Jugendgemeinschaftsdiensten für einen Aufenthalt in Latein- und Südamerika beworben. Nach einem Jahr Aufenthalt in Mexiko spricht sie nicht nur sehr gut Spanisch: „Ich komme gut klar mit dieser Mentalität. Man muss vor allem flexibel sein.“

Weil die Kolping Jugendgemeinschaftsdienste bei der Finanzierung des Einsatzes auf Mithilfe angewiesen sind, hat die Korbacherin Spenden gesammelt. Dabei kam mehr als die Mindestsumme von 1650 Euro zusammen. Den „Überschuss“ will sie in Unterrichtsmaterialien anlegen: „Eine Weltkarte für anschaulichen Unterricht, um zu lernen, wo überall auf der Welt Englisch gesprochen wird, und ein Grunze-Schweinchen, um für Ruhe zu sorgen“, hat sie bereits gekauft.

Zusammen mit weiteren Freiwilligen aus Deutschland wird die 19-Jährige auf dem Schulgelände im ehemaligen Haus des Direktors wohnen. Im Gepäck als Heimweh-Prophylaxe mit dabei: Gummibärchen, Milka-Schokolade und das Handy. „Die Vorfreude ist größer als die Nervosität“, beschreibt sie zwei Tage vor dem Abflug das Niveau ihres Reisefiebers. Stress sei bei der Vorbereitung nicht aufgekommen, dank einer sorgfältig geführten Aufgabenliste und der zügigen Bearbeitung ihres Visumantrags.

Über ihre Erlebnisse und Erfahrungen im kleinen Andenstaat wird Mirjana Jandik in einem Internet-Blog (mirjanadiscovering.wordpress.com) und in mehreren Beiträgen in der Waldeckischen Landeszeitung berichten.

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