Clara Arnold aus Korbach fliegt für ein Jahr nach Kolumbien · Soziale Arbeit mit Kind

„Mein Beitrag gegen Ungerechtigkeit“

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Gedanklich schon auf dem Weg nach Kolumbien: Clara Arnold bricht am 20. September Richtung Cali auf.Foto: Theresa Demski

Korbach - Sie will ihrer Machtlosigkeit gegen die Ungerechtigkeit in der Welt etwas entgegensetzen: Am 20. September fliegt Clara Arnold nach Kolumbien, um dort ihren entwicklungspolitischen Freiwilligendienst anzutreten.

Von Aufregung keine Spur: In zwei Wochen steigt Clara Arnold in Frankfurt ins Flugzeug und macht sich auf den Weg nach Kolumbien. Aber wer die 19-Jährige nach ihren Zielen fragt, wer mit ihr über Gott und die Welt ins Gespräch kommt, der spürt nichts von Aufregung - sondern von Hoffnung.

Ein Jahr lang will sich die Abiturientin der Alten Landesschule für das Projekt „Schule fürs Leben“ engagieren. „Ich arbeite in einer Bibliothek in einer kleinen Stadt bei Cali“, erzählt sie, „das ist ein Ort, an dem Kinder erste Begegnungen mit Büchern und damit auch mit Bildung machen. Ein Ort, an dem sie ihre Hausaufgaben machen und an dem sie lernen können“. Und dabei will die junge Korbacherin sie unterstützen.

Aufbruch in ein Kriegsland

Warum der Blick in die Ferne? „Ich möchte irgendwann studieren“, sagt sie, „aber nach der Schule wünschte ich mir erst mal etwas Praktisches“. Und da stieß Clara Arnold auf die Initiative „Weltwärts“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „Das war ein Konzept, das mir entsprach“, erzählt Clara Arnold. Gemeinsam mit kleinen Initiativen erarbeiten die jungen Leute in Südamerika Projekte und Ideen, bringen sich ein und haben ein hohes Maß an Selbstständigkeit.

„Die Welt ist ungerecht“, sagt Clara Arnold ohne Pathos, „ich habe jetzt die Möglichkeit, mich an einer Stelle zu engagieren, wo ich meiner Machtlosigkeit gegen diese Ungerechtigkeit etwas entgegensetzen kann“. Und das motiviert die 19-Jährige. Vor der Begegnung mit den fremden Menschen fürchtet sie sich nicht. „Mir liegt die Arbeit mit Kindern“, sagt sie. Die Korbacherin engagiert sich im Kindergottesdienst der Johannesgemeinde und nimmt viele Pläne mit nach Kolumbien. „Ob Sport, Umwelt, Kreativität oder Wissen: Ich darf meine eigenen Projekte dort aufbauen“, sagt sie und dabei schwirren ihr gleich mehrere Ideen im Kopf herum. „Aber es geht nicht darum, was ich will oder brauche, sondern darum, was die Kinder sich wünschen“, sagt sie. Und so geht Clara Arnold vor allem mit einer großen Portion Offenheit auf Reisen.

Allerdings weiß sie auch um die Nöte und Probleme des Landes. Gemeinsam mit 27 anderen jungen Deutschen, die ebenfalls nach Kolumbien aufbrechen, ist sie auf das Jahr im Ausland vorbereitet worden. „In Kolumbien herrscht Bürgerkrieg“, sagt Clara Arnold, „da muss man Regeln beachten, um sicher zu sein“. Und diese Regeln haben die jungen Leute gelernt: Andere immer darüber informieren, was man vorhat. Sich nicht allein auf unbekannte Wege machen, immer das Handy dabei haben und nur wenig Geld. Rauchen und Alkohol sind verboten. „Wir können auch nicht einfach reisen, wie wir wollen“, sagt Clara Arnold. Natürlich werde diese Freiheitseinschränkung eine Umstellung. „Aber die größte Herausforderung ist das wohl für meine Eltern“, sagt sie. Die unterstützen sie aber ebenso wie viele Korbacher: „Viele Menschen haben gespendet“, erzählt sie, „damit ich meinen Anteil der Projektkosten aufbringen konnte.“ Und auch weiterhin sind Spenden willkommen. Sie fließen in einen Topf, auf den sie dann mit gezielten Projektanträgen zugreifen kann. Weitere Infos zu Spendenmöglichkeiten gibt es auf ihrer Internetseite www.clara-fuer-kolumbien.jimdo.de.

Geben und Nehmen

Die nächsten beiden Wochen stehen jetzt vor allem Formali­en auf dem Programm: Die letzten Impfungen werden fällig, Versicherung, Visum und ein Endspurt im Spanischlernen sind fällig. Am 20. September steigt sie dann ins Flugzeug und tritt nach rund 19 Stunden ihren Dienst an. „Ich will den Kindern etwas geben“, sagt sie, „und auch für mein eigenes Leben etwas mit nach Hause nehmen.“

Ab Oktober berichtet Clara Arnold in der Waldekischen Landeszeitung über ihr Leben und Arbeiten in Kolumbien.

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