Kandidaten für Kirchenvorstandswahl können bis zum 15. Juni aufgestellt werden

„Mein Kreuz zählt bei dieser Wahl“

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Waldeck-Frankenberg - Am 29. September können evangelische Christen in der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck ihren Kirchenvorstand neu wählen. Zum ersten Mal dürfen auch schon Jugendliche ab 14 Jahre ihre Stimme abgeben. „Mit guten Grund“, befinden die Konfirmanden aus Flechtdorf.

David, Anika und Lukas haben die Wahl. Wenn die Landeskirche von Kurhessen-Waldeck am 29. September zur Wahlurne bittet, dann sind die drei jungen Diemelseer aufgerufen, ihr eigenes Kreuz zu machen. „Dein Kreuz zählt“ hat die Landeskirche ihre Aktion genannt, mit der sie unter Jugendlichen für die Kirchenvorstandswahl werben. Zum ersten Mal dürfen schon 14-Jährige ihre Stimme abgeben. „Dann bekommen auch Jugendliche die Chance, mitzubestimmen“, sagt Anika Fischer (14), „das finde ich gut“. Ende April wird sie in Flechtdorf konfirmiert, genauso wie David Kalhöfer und Lukas Schultze. „Durch die Konfirmation haben wir in unserem Alter viel mit der Kirche zu tun“, sagt Lukas Schultze, „es ist sinnvoll, dass wir dann auch wählen dürfen“. Das findet auch Pfarrerin Claudia Frank: „Es ist gut, dass wir den jungen Leuten signalisieren, dass sie bei uns eine Stimme haben“, sagt sie.

Ausführlich haben sich die Flechtdorfer Konfirmanden gemeinsam mit Pfarrerin Frank dem Thema während der Konfirmandenfreizeit und ihrem Vorstellungsgottesdienst gewidmet und sind zu dem Ergebnis gekommen: „Jeder darf seine Meinung haben und sollte sie auch sagen“. Und welche Meinung haben Jugendliche von Kirche? Wünschen sie sich Veränderung? „Ich wünsche mir, dass die Gottesdienste später anfangen“, sagt Lukas Schultze, „und dass die Texte einfacher sind“. Zu oft würde er abschalten, weil er die Worte nicht versteht.

„Ich gehe gerne in den Gottesdienst“, sagt Anika Fischer, „da kann man abschalten und hat Zeit zum Nachdenken und ich habe das Gefühl: Ich gehöre irgendwo zu“. Ihr gefällt die Orgelmusik und die Stimmung. „Aber manchmal wünsche ich mir auch, dass es mal andere Musik im Gottesdienst gibt“, sagt sie. Und David Kalhöfer erinnert an Weihnachten, als eine Sängerin die Feier mitgestaltet hat.

Passen denn alle Interessen in der Gemeinde unter einen Hut? „Ich finde es schön, auch mit den älteren Menschen Gottesdienst zu feiern“, sagt Lukas Schultze, „wir sind doch eine Gemeinschaft“. Und es gebe auch Lieder und Texte, die allen Menschen gefallen. „Beim Weltgebetstag hat das zum Beispiel super geklappt“, ergänzt Anika Fischer. Gut also, wenn verantwortungsvolle Menschen aller Generationen die Leitlinien einer Gemeinde mitgestalten, finden die Jugendlichen. „Und auch bei uns im Kirchspiel gibt es junge Menschen, die sich aufstellen lassen“, sagt Claudia Frank. Um mitzuentscheiden, wer während der nächsten Wahlperiode im Kirchenvorstand sitzt, gehen die Jugendlichen zur Wahl.

Und was wünschen sie sich für ihren Kirchenvorstand? „Da sollten Menschen mit verschiedenen Talenten zu gehören“, sagt Anika Fischer. Lukas Schultze ergänzt: „Manche, die können gut reden. Aber es muss ja auch andere geben, die das umsetzen“. Und so setzen die Flechtdorfer Jugendlichen ihre Kreuze mit Bedacht.

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