Lernlabor für Jugendliche · Themen: Diskriminierung, Rassismus, Menschenrechte

„Mensch, Du hast Recht(e)!“

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Aylin Kortel (r.) von der Frankfurter Anne Frank-Bildungsstätte führte gestern die ersten Besucher, durch die Ausstellung.Fotos: Kobbe

Korbach - Ein Menschenrechte-Memory, eine Diskriminierungs-Pinnwand, ein Brettspiel um Entscheidungsnöte: Mit ungewöhnlichen Exponaten will eine Ausstellung im Bürgerhaus die Besucher herausfordern, informieren - und auch irritieren.

„Mensch, Du hast Recht(e)!“ heißt die Wanderausstellung der Anne Frank-Bildungsstätte Frankfurt, die als mobiles Lernlabor konzipiert ist. Bis zum 27. Februar sind im Bürgerhaus ein gutes Dutzend Stationen aufgebaut, die zum Mitmachen einladen, für die Themen Rassismus und Diskriminierung sensibilisieren und die Besucher mit den Menschenrechten vertraut machen sollen. Gestern Abend wurde die Ausstellung eröffnet. Bürgermeister Klaus Friedrich, Kreisbeigeordnete Hannelore Behle und Ernst Klein (Volkmarsen), Vorsitzender des Vereins „Gegen Vergessen - für Demokratie“ in Nordhessen, nahmen für die Veranstalter, zu denen auch der städtische Präventionsrat und das „Netzwerk für Toleranz“ Waldeck-Frankenberg gehören, zu einzelnen inhaltlichen Aspekten Stellung.

In erster Linie Jugendliche ab zwölf Jahren, aber auch jeden erwachsenen Besucher könne die Ausstellung „zum Nachdenken, möglicherweise auch zum Umdenken anregen“, sagte Hannelore Behle. Bürgermeister Friedrich hob die „kritische und herausfordernde Behandlung“ der Themen hervor. Vorsitzender Ernst Klein äußerte den Wunsch, die Ausstellung möge dazu beitragen, dass immer mehr Menschen entschieden und engagiert gegen „Fremdenfeindlichkeit und alle Formen der Intoleranz“ eintreten.

Im Erdgeschoss des Bürgerhauses soll deutlich werden, warum Rassismus und Diskriminierung als Verletzung der Menschenrechte aufzufassen sind und so eine Gefahr für die Demokratie darstellen. Außerdem geht es um die Frage, wie sich Debatten über Lebensgestaltung und gesellschaftliche Leitbilder auf das Zusammenleben auswirken. Die Stationen regen an, zu überlegen: „In welcher Welt wollen wir eigentlich leben?“ Alltagswissen steht dabei auf dem Prüfstand: Woher kommen Vorurteile? Wie wirken Medien? Wie können Konflikte gelöst werden?

Menschenrechte verteidigen

Am Ende der Ausstellung steht ein Ausgangsportal, das mit einem bedruckten Vorhang versehen ist. Dieser zeigt das Foto einer Neonazi-Demonstration. Die Botschaft: Wer durch das Portal geht, zerschlägt so symbolisch eine Gruppierung, die Rassismus und Vorurteile propagiert. Die Besucher sollen damit in ihrer Haltung gestärkt und motiviert werden, die Menschenrechte zu verteidigen, gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierungen einzutreten. Daher mündet der Satzanfang: „Nicht alle respektieren die Menschenrechte...“ hinter dem Portal in ein Schaubild, das Initiativen und Verbände vorstellt, die sich aktiv für Schutz und Umsetzung dieser universalen Rechte einsetzen. Auf dieser Tafel findet sich dann das Satzende: „...aber es gibt viele Menschen und Wege, die sie einfordern und schützen.“

Die Ausstellung ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Der Besuch ist kostenfrei. Schulen sollten für einen Besuch des Lernlabors zwei Unterrichtstunden einplanen. Eine zusätzliche Begleitung ist auf Anfrage und im Rahmen von vorhandenen Kapazitäten möglich.

Am Montagnachmittag erhielten bereits Lehrkräfte und Begleitpersonen Informationen darüber, wie sie einen Besuch der Ausstellung mit ihren Klassen gestalten können. Gruppen können zusätzlich zu einer Begleitung einen Workshop buchen, um die Themen zu vertiefen. Information und Anmeldung zur Begleitung der Ausstellung per E-Mail bei: andrea.franke@korbach.de.

Von Thomas Kobbe

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