Der Sozialverband VdK wächst und wächst · 4136 Mitglieder im Waldecker Land

„Mensch steht im Mittelpunkt“

In Rentenangelegenheiten berät der Sozialverband VdK seine Mitglieder ebenso wie bei Anträgen zur Wiedereingliederung oder bei Fragen zur Patientenverfügung.

Korbach - Während andere Verbände, Vereine und Parteien einen teils massiven Mitgliederschwund beklagen, geht es beim VdK stetig bergauf. Die Gründe dafür erläutert Alfred Klein, Vorsitzender des Kreisverbands Waldeck, im Interview mit WLZ-FZ-Redakteur Thomas Kobbe.

Der VdK führt die positive Mitgliederentwicklung des vergangenen Jahres insbesondere auf seine inhaltliche Neuausrichtung zurück. Wie haben sich diese Veränderungen ausgewirkt?

Alfred Klein: Unser im letzten Jahr verstorbener Landesvorsitzender Udo Schlitt hat den VdK während seiner Amtszeit von 1997 bis 2013 vom sogenannten Kriegsopferverband zu einem modernen erfolgreichen Sozialverband umstrukturiert. Die Mitgliederzahl erhöhte sich während dieser Zeit von 140 000 auf rund 240 000 Personen. Allein im letzten Jahr stieg die Mitgliederzahl im VdK-Kreisverband Waldeck um 138 auf jetzt 4136.

Welche politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen führen Ihrer Ansicht nach dazu, dass offenbar immer mehr Menschen die vielseitigen Beratungsangebote in Anspruch nehmen wollen?

Ein wichtiger Grund für die große Attraktivität des VdK ist das entschiedene sozialpolitische Engagement. In Zeiten, in denen trotz wachsenden Wohlstands die Zahl der in Armut lebenden und von Armut bedrohten Menschen zunimmt, sehen wir es als unsere Aufgabe an, etwas gegen diese für die Gesellschaft und den Einzelnen riskanten Entwicklungen zu unternehmen. Der VdK spricht vieles von dem an, was die Bürgerinnen und Bürger als ungerecht empfinden. Viele unterstützen unsere Forderungen und stellen deshalb bei uns einen Mitgliedsantrag. Genau diese Entwicklung führt dazu, dass unsere Kreisgeschäftsstelle immer häufiger aufgesucht wird. Selbst die Agentur für Arbeit schickt uns Menschen, die Hilfe brauchen. Die ganze politische Entwicklung, steigende Energiekosten und sinkende Löhne zwingen die Menschen dazu, sich bei uns Hilfe zu holen.

Welche gesellschaftlichen Konsequenzen sind zu erwarten, wenn der Staat sich immer weiterer sozialpolitischer Aufgaben entledigt, die in der Folge von ehrenamtlichen Organisationen erledigt werden müssen?

Sollte sich unser Staat weiterer sozialpolitischer Aufgaben entledigen, wird unsere Gesellschaft immer weiter auseinanderdriften, die Schere immer weiter auseinandergehen, wird es nur noch viele Arme und einige Reiche geben. Selbst die sogenannte Mittelschicht nimmt vermehrt unsere Hilfe in Anspruch.

Bei welchen Schwierigkeiten des täglichen Lebens steht der Verband seinen Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite? Welche typischen Beratungsfälle begegnen Ihnen in den Sprechstunden?

Typische Beratungsfälle sind: Rentenanträge, Widersprüche bei Pflege-, Renten- und Krankenkassen, Anträge auf Schwerbehinderung, Hilfe bei Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt, Beratungen zur Barrierefreiheit, Pflegegeldanträge, Patientenverfügungen, Integrationshilfe für Menschen mit Behinderungen - und oft sind wir auch „nur“ Zuhörer für die Sorgen der Menschen, die zu uns kommen.

Wie wichtig sind die geselligen Aktivitäten, die zum Angebot des VdK gehören?

Die geselligen Aktivitäten des VdK beschränken sich auf die Ortsverbände, da werden Fahrten, Frauentreffs, Handarbeitsgruppen und Sportgruppen rege besucht und in Anspruch genommen. Die klassische Betreuungsarbeit besteht aus Kranken- und Geburtstagsbesuchen oder der Begleitung bei Behördengängen, getreu nach dem Motto „Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Mensch“. Wobei es auch immer schwerer wird, Mitarbeiter für dieses Ehrenamt zu finden.

Kontakt: VdK-Kreisgeschäftsstelle, Klosterstraße 1, 34497 Korbach, Tel. 05631/8253, Fax 05631/502768, E-Mail kv-wal- deck@vdk.de.

Sozialverband

Der Verbandsname „VdK“ war ursprünglich eine Abkürzung: Gegründet wurde der Sozialverband VdK Deutschland 1950 (der Kreisverband Waldeck 1954) unter dem Namen „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands e.?V.“. Heute heißt der Verband offiziell Sozialverband VdK und vertritt bundesweit mehr als 1,6 Millionen Mitglieder. Der Bundesverband mit Sitz in Bonn nimmt aktiv Einfluss auf aktuelle Entwicklungen in der Renten-, Gesundheits- und Sozialpolitik und setzt sich für die gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Interessen seiner Mitglieder gegenüber Staat und Regierung ein. Er ist föderal strukturiert und gliedert sich in 13 Landesverbände sowie Kreisverbände und Ortsverbände. Prozessbevollmächtigte des VdK vertreten die Mitglieder vor den Sozial- und Verwaltungsgerichten. Der Sozialverband ist politisch und konfessionell unabhängig und finanziert sich über die Beiträge seiner Mitglieder.

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