Die Flüchtlingsunterkunft an den Beruflichen Schulen ist seit Samstag voll belegt

Menschen wie du und ich

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Flüchtlingsunterkunft Korbach

Korbach. Mit 300 Flüchtlingen ist die Unterkunft an und in der Sporthalle der Beruflichen Schulen voll belegt. Das erste Wochenende haben die Asylsuchenden, die größtenteils aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und dem Irak stammen, meist in den beiden Zelten innerhalb des umzäunten Geländes verbracht.

 „Alles läuft ruhig. Es gibt überhaupt keine Komplikationen“, erklärte gestern Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt, der den Einsatz der Feuerwehr und Hilfsdienste leitet. Ein 600 Meter langer Bauzaun umgibt das Gelände zwischen Parkplatz, Lehrrestaurant und Sporthalle. „Wir haben bewusst darauf verzichtet, den Zaun mit Sichtschutz auszustatten, um nicht den Eindruck zu erwecken, die Flüchtlinge müssten abgeschottet werden. Das sind Menschen wie du und ich“, betonte Schmidt gegenüber unserer Zeitung.

Seit Mittwochabend leisten sieben bis acht freiwillige Feuerwehrleute pro Tag und rund um die Uhr Dienst, helfen etwa bei der Essensausgabe, stellen Duschcontainer auf, verlegen Fußboden in den Zelten oder unterstützen die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma am Ein- und Ausgang. Mitte der Woche soll eine vom Regierungspräsidium beauftragte Firma den Betrieb der Unterkunft übernehmen, berichtet Schmidt. Dann ziehe sich die Feuerwehr sukzessive von ihrer humanitären Aufgabe zurück. „Das war für uns alle eine ganz neue Herausforderung“, erklärte Schmidt.

Mit einigem Improvisationstalent, Unterstützung heimischer Firmen und dank der Hilfsbereitschaft vieler Korbacher wurde die Einrichtung inzwischen um eine Spielecke für Kinder, Spiel- und Sportutensilien, aber auch um Waschmaschinen und Wäschetrockner ergänzt. Seit Samstag verkehren auch regelmäßig Busse zwischen der Erstaufnahmeeinrichtung Gießen und der in Korbach eingerichteten Außenstelle. Die Flüchtlinge werden gruppenweise nach Mittelhessen gebracht, damit sie dort für das Asylverfahren registriert werden können, berichtet Kreissprecher Dr. Hartmut Wecker. Im Gegenzug kommen andere zurück, sodass die Belegung der Unterkunft sich laufend ändere. Viele Korbacher wollen den Flüchtlingen helfen. Über das soziale Netzwerk Facebook teilt die Stadt mit, was gerade am nötigsten gebraucht wird: Wolldecken, warme Bekleidung vor allem für Kinder, Kinderwagen sowie Koffer und/oder Taschen. Im Rathaus dienst der Sozialraum im Untergeschoss als Zwischenlager. Beim Roten Kreuz hat die Spendenbereitschaft ebenfalls für volle Lager gesorgt. Zahlreiche Korbacher hätten sich bereits auch als ehrenamtliche Helfer angeboten, berichtet Dennis Heller vom städtischen Sozial- und Kulturamt, in dem die Fäden zusammenlaufen. Wer etwas abgeben möchte: Im Rathaus (Nebeneingang Kulturamt) werden die Spenden entgegengenommen.

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