Goddelsheim: Reinhard Weber und Torben Schott zeichnen filmisches Dorf-Portrait

Menschen, Szenen und Effekte

Lichtenfels-Goddelsheim - Schnelle Szenen, effektvolle Musik, witzige Details: Unter dem Titel „G wie Gemeinschaft: 1125 Jahre Goddelsheim - Ein lebendiges Dorf“ haben Reinhard Weber und Torben Schott ein Video zum Ortsjubiläum gedreht, das sich sehen lassen kann.

Die Goddelsheimer haben in diesem Jahr schon mehrere Feste gefeiert, um das 1125-jährige Bestehen ihres Heimatdorfes gebührend zu begehen - angefangen mit einem musikalischen Abend über eine Tanzparty bis hin zum Spiele-Familientag. Im Mittelpunkt stand dabei stets das Ansinnen, in Goddelsheim „die Stärken zu stärken“, wie Ortsvorsteher Friedrich Schüttler immer wieder betonte. Und eine der wichtigsten Stärken des größten Lichtenfelser Stadtteils ist die Gemeinschaft.

15 Vereine, 30 Stunden Dreh

Wie diese Gemeinschaft im Dorf entsteht, wie sie sich gestaltet und was sie am Leben hält, haben die beiden Goddelsheimer Reinhard Weber und Torben Schott sich gefragt - und die Antwort in laufenden Bildern festgehalten: In der Vorbereitung auf das Kartoffelbraten, das der Kulturverein am 29. September zum Abschluss des Jubiläumsjahres ausrichtet, haben sie einen unterhaltsamen Videofilm gedreht, der die Arbeit von immerhin 15 Vereinen und Gruppen im Ort vorstellt - und das sind nicht mal alle im Dorf.

Doch schon die 15 Gruppen jeweils mit Kamera und Mikrofon bei Übungsstunden und Veranstaltungen aufzusuchen, Vorstände und Mitglieder zu interviewen, war eine zeitliche Herausforderung für die beiden engagierten Goddelsheimer. Manchmal war auch Mut gefragt, etwa beim Dreh mit den Kanonieren auf dem Langen Driesch, wo richtig geschossen wurde.

Schließlich befragten sie bei Dorfspaziergängen auch noch Passanten und drehten zahlreiche Szenen, die Themen verbinden und ein lebendiges Bild ergeben. Von März bis Ende August waren Weber und Schott neben Schule und Job unterwegs, um Aufnahmen zu machen - unendlich viele Stunden und fast die gesamten Sommerferien haben sie dafür eingesetzt, ihren Plan umzusetzen. „Allein rund 30 Stunden an Filmmaterial sind dabei zusammengekommen“, schätzt Reinhard Weber, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung alten Kulturgutes in Goddelsheim. Der 15-jährige Schüler Torben Schott sichtete das gesamte Material und schnitt es auf eine Länge von einer Stunde. Außerdem war er verantwortlich für Kamera und Ton, für das Szenenbild, die Auswahl der Musik, die Tongestaltung (Sounddesign) und Animation, auch als Sprecher ist er zu hören. Reinhard Weber erarbeitete Idee und Konzept, führte Regie und war für die Moderation zuständig. Gastmoderatorin war Irmhild Weber.

Mit einer einfallsreichen Einführung wird auf den eigentlichen Film hingeführt - und auch der ist in eine Geschichte gepackt, bei der fast das gesamte Dorf zusammengekommen ist: den Spiele- und Familientag im Sommer, den die Goddelsheimer Vereine gemeinsam ausgerichtet haben. Die Szenen, die an jenem Tag auf dem Sportplatz eingefangen wurden, ziehen sich wie ein roter Faden durch die Dokumentation.

Finessen und Effekte

„Unterm Strich war die Aktion viel aufwendiger als gedacht, aber es war auch spannend, wir haben viel diskutiert, viel gelacht und viel gelernt. Besonders gefreut hat uns, dass alle mitgemacht haben, die wir interviewt haben“, sagen Reinhard Weber und Torben Schott unisono. Übung aus vorherigen Filmen wie „K wie Kupfer“ erleichterte es den beiden, ihre Ideen umzusetzen; ein leistungsfähiger Computer und ein Profi-Schnittprogramm machten es Torben Schott möglich, bei der Gestaltung mehr ins Detail zu gehen, Finessen herauszuarbeiten, Effekte zu erzielen.

Dabei herausgekommen ist ein gelungenes Zeitdokument, das in der Gegenwart einen positiven Schub für die Vereine geben kann - und in 25 Jahren einen interessanten Rückblick erlaubt. Premiere feiert der Film am Sonntag, 29. September, beim Kartoffelbraten in Goddelsheim; er wird um 15 und 17 Uhr in Böhlen Schuppen gezeigt. Der Erlös aus dem Verkauf der DVD fließt in die gemeinsame Kasse aller Vereine.

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