Samstag ist Weltladentag: Korbacher Eine-Welt-Initiative informiert

Für Menschenrechte unterschreiben

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Werben für Fairen Handel (von links): Ursula Kollenberg, Susanne Koswig und Ingrid Becker vom Korbacher Weltladen im Corvita am Obermarkt. Foto: Lutz Benseler

Korbach - Deutsche Firmen sollen Verantwortung übernehmen für menschenwürdige Produktionsbedingungen bei ihren Lieferanten überall auf der Welt - das fordert die Eine-Welt-Initiative Korbach.

Mehrere Hundert Menschen sind bei Dutzenden verheerenden Bränden in Textilfabriken in Bangladesch in den vergangenen Jahren ums Leben gekommen. In den Fabriken wurde Kleidung für westliche, darunter auch deutsche, Auftraggeber hergestellt - doch diese lehnen oftmals Entschädigungszahlungen für die überlebenden Opfer und Hinterbliebenen ab. Die Betroffenen haben bislang kaum Möglichkeiten, vor einem deutschen Gericht für ihre Rechte zu kämpfen. Das soll sich ändern.

Menschen- und Arbeitsrechte schützen

„Weltläden, nicht staatliche Organisationen und Verbände fordern von der Bundesregierung Gesetze, die Konzerne verpflichten, auch bei ihren Tochterunternehmen und Lieferanten auf die Einhaltung der Menschen- und Arbeitsrechte zu achten“, erklären Ingrid Becker und Ursula Kollenberg von der Korbacher Eine-Welt-Initiative. Eine entsprechende Leitlinie haben die Vereinten Nationen (UN) bereits 2011 auf den Weg gebracht, in Deutschland könnte sie die Bundesregierung 2016 in ein Gesetz gießen - das jedenfalls ist die Forderung unter anderem der Weltläden und des Forums Fairer Handel.

Beim europaweiten Weltladentag am Samstag informiert das Team des Korbacher Weltladens im Corvita am Obermarkt an einem Stand von 9.30 bis 13 Uhr über Menschenrechtsverletzungen in globalen Lieferketten und die Leitprinzipien der Vereinten Nationen. Unterstützer des Anliegens können sich an einer Unterschriftenaktion im Weltladen beteiligen, auch über den Weltladentag hinaus: „Die Unterschriftenliste wird bis in den Herbst im Weltladen ausliegen und soll Ende Oktober an die Bundesregierung übergeben werden“, sagt Ingrid Becker.

Der Weltladentag ist eine Aktion des Weltladen-Dachverbandes in Kooperation mit dem Forum Fairer Handel. Jedes Jahr am zweiten Samstag im Mai engagieren sich deutschlandweit Weltläden mit politischen Aktionen zum Fairen Handel.

Hintergrund

Fair geht vor, heißt es seit mehr als 35 Jahren in Korbach: Mit handgeschriebenen Plakaten zur Eröffnung ihres kleinen Ladens in der Tränkestraße begann 1979 die Geschichte der „Eine-Welt-Initiative“. Damals wie heute haben Kunden im Weltladen – seit 2002 im ökologischen Kaufhaus „Corvita“ am Obermarkt – die Möglichkeit, Produkte aus Entwicklungsländern zu fairen Preisen zu erwerben; etwa aromatischen Kaffee, pikante Gewürze oder schöne Geschenkartikel. Das bedeutet: Ihre Erzeuger erhalten faire Preise, die ihnen ein Leben in Würde ermöglichen. Das ist gar nicht so selbstverständlich, wie es klingen mag — die Erlöse für viele Produkte aus dem Süden sind im freien Welthandel so niedrig, dass Kleinproduzenten kaum davon leben können. 15 ehrenamtliche Helfer kümmern sich im Korbacher Weltladen um die Kunden, bestellen Waren oder dekorieren den Laden. Der Weltladen beliefert außerdem den Faire-Trade-Point der Alten Landesschule, wo in den Pausen Waren aus fairem Handel verkauft werden. Wer mitarbeiten oder als Vereinsmitglied die Eine-Welt-Initiative unterstützen möchte, kann sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Weltladens wenden, die gerne weiterhelfen.

Von Lutz Benseler

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