Mitgliederversammlung der „Gemeinnützigen“ in der Korbacher Stadthalle

Für 1,9 Millionen modernisiert

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Die „Gemeinnützige“ investiert mehr als 80 Prozent der Mieteinnahmen: Ulrich Schultze, geschäftsführender Vorstand, zeigt die GWS-Häuser in der Königsberger Straße, die im vergangenen Jahr Balkone bekommen haben. Foto: Lutz Benseler

Korbach - 80 Cent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete: Die „Gemeinnützige“ bietet günstigen Wohnraum in Korbach und Willingen. Und die Nachfrage ist groß.

„Die Nachfrage nach Wohnungen ist derzeit höher als unser Angebot“, sagt Ulrich Schultze. Der geschäftsführender Vorstand stellt den Geschäftsbericht für das vergangene Jahr vor: Die Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsbaugenossenschaft (GWS) vermietet aktuell 832 Wohnungen in Korbach und 25 in Willingen.

Der Leerstand liegt bei null. Das Geschäftsjahr schließt die Baugenossenschaft denn auch positiv ab: Sie erwirtschaftete 2014 einen Jahresüberschuss von 87?546 Euro (2013: 77?584 Euro). Die äußerst solide Eigenkapitalquote liegt bei 81 Prozent – bei einer Bilanzsumme von 15,5 Millionen Euro. Die Mieten bei der GWS liegen zwischen drei und 4,87 Euro pro Quadratmeter, der durchschnittliche Mietpreis ist leicht von 3,78 Euro auf 3,85 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Damit liegt die Gemeinnützige 80 Cent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete. Günstige Mieten ergäben eine Sozialrendite, sagt Ulrich Schultze: „Sie sind der Kitt für eine faire Gesellschaft.“ Das Ziel der gemeinnützigen Baugenossenschaft ist weniger die gute Rendite, sondern mehr ihre Mitglieder mit preisgünstigem Wohnraum zu versorgen. Weil sie keine fremden Aktionärs- oder Gesellschafterinteressen bedienen muss, kann sie vergleichsweise viel in ihre Häuser investieren: Von jedem eingenommen Euro Kaltmiete hat die Baugenossenschaft im vergangenen Jahr 81 Cent in die Modernisierung und Instandhaltung der Wohnungen gesteckt, insgesamt 1,9 Millionen Euro.

Schwerpunkt waren 2014 vor allem Fassadendämmungen und neue Dächer. Die Häuser in der Königsberger Straße 7 und 9 haben Balkone erhalten, darüber hinaus hat die GWS 25 Bäder im Bestand saniert. Die ersten Modernisierungen in diesem Jahr laufen bereits. So erhalten auch die Häuser in der Königsberger Straße 1, 3 und 5 Balkone, außerdem werden die Fassaden und die obersten Geschossdecken gedämmt, Fenster erneuert und die Dächer neu gedeckt. In den kommenden Jahren werde die wirtschaftliche Lage der Genossenschaft von Kontinuität geprägt sein, blickt Schultze voraus. Bis 2019 rechnet die GWS nicht mit nennenswerten Leerständen oder Mietausfällen. Bereits nach den ersten Monaten des laufenden Jahres zeichne sich für das Geschäftsjahr 2015 ein Überschuss von 40?000 Euro ab, so der GWS-Vorstand. Bei der Mitgliederversammlung der GWS am Mittwoch, 17. Juni, um 18 Uhr in der Korbacher Stadthalle wird unter anderem der Aufsichtsrat neu gewählt. Zur Wiederwahl stellen sich Sigrid Bause, Peter Bielig und Horst Limbach.

Von Lutz Benseler

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